Südafrika-Projekttag mit „Young and Fresh"


Unsere Schule war eine der Stationen des „Young and Fresh Roadtrip“ der „Botschafter für Afrika e.V.“. Das ist eine Gruppe hochmotivierter junger Leute, die auf ehrenamtlicher Basis Schulen in ganz Deutschland besuchen, um ein Afrika-Bild jenseits der gängigen Medienklischees zu vermitteln und Hilfe zur Selbsthilfe zu organisieren. Konkretes Nahziel ist der Bau eines Bildungszentrums in Pietermaritzburg (Südafrika).

Gespannt warteten die Schüler(innen) der zehnten Klassen auf die Präsentation der beiden „Afrika-Botschafter“ Naomi Mnyamana und Nils-Claudio Sierck im brechend vollen Schulpavillon. Der Kontakt zu den beiden neunzehnjährigen Jugendlichen kam durch den VHG-Schüler Paul Schubach zustande, und so ergriff Geographielehrer Lutz Müller in Zusammenarbeit mit UNESCO-Koordinatorin Cordula Nutischer und den Englischlehrerinnen Judith Meier, Silvia Greinöcker und Eva Hollrotter die Chance zu diesem Projekttag.

Naomi und Nils erwiesen sich als gleichermaßen engagierte wie sachlich kompetente Kommunikationstalente, die alle Register multimedialer Präsentation zogen, um ihrem Publikum den „Schwarzen Kontinent“ und insbesondere die südafrikanische „Regenbogennation“ nahe zu bringen. In ihr haben sich nach den langen Jahren des grausamen Apartheid-Regimes Bürger schwarzer Hautfarbe und solche burischer, angelsächsicher und indischer Abstammung zu einer freien, stolzen Nation zusammengefunden. Mit der Fußballweltmeisterschaft, so erklärte Nils, ist es erstmals gelungen, das Bild eines optimistischen, kreativen, leistungs- und begeisterungsfähigen Südafrika weltweit zu verbreiten, während ansonsten die Medien gerne Probleme wie AIDS, Kriminalität, Hunger und Armut in ihren Fokus nehmen. Nils ist nicht nur in Südafrika geboren – sein Vater war dort evangelischer Pfarrer -, sondern kehrte als Schüler für drei Jahre wieder dorthin zurück, und so konnte er aus unmittelbarem Erleben schildern, wie viel Dynamik und Bildungshunger in der südafrikanischen Jugend steckt und wie wichtig daher die Zielsetzung „Bildung für Afrika“ ist.

Gastbotschafterin Naomi vom Volk der Xhosa ließ es sich nicht nehmen, die Anwesenden in ihrer Muttersprache zu begrüßen, zu deren Charakteristika die für Europäer unnachahmlichen Schnalzlaute zählen. Naomi war in einem Township aufgewachsen, einer Wellblechsiedlung für Farbige. Ihr Vater verbrachte 15 Jahre im Gefängnis, weil er die Rassentrennung nicht akzeptieren wollte. Doch das ist Vergangenheit, und Naomis Augen blitzen vor Freude, als sie von dem Glück spricht, dass ihre Eltern trotz alledem das Geld für ihren Schulbesuch aufbringen konnten. Übrigens: Vor kurzem konnte Naomi den ersten Preis bei einem Schulwettbewerb zur Zukunft Südafrikas entgegennehmen, und zwar aus den Händen des früheren UN-Generalsekretärs Kofi Annan. Nach dem Zehntausend-Kilometer-Flug von Kapstadt nach Deutschland sah Naomi zum ersten Mal in ihrem Leben Schnee. Natürlich hatte sie nicht vergessen, drei Vuvuzelas mitzubringen, die sie im Unterschied zu den meisten Anwesenden auch richtig blasen konnte. Diese aber gaben sich keineswegs frustriert, sondern verlegten sich auf ein lebhaftes Frage- und Antwortspiel mit den sympathischen „Botschaftern“, und zwar mit einem Elan, wie man ihn im Schulunterricht nicht jeden Tag antrifft.  

Von: Kitz/MüL













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