„Ist doch egal, was im Fernsehen läuft!“- Schulnacht der fünften Klassen macht die Bildschirmkonkurrenz vergessen

21Nov2018

Gleichgültig, ob die Simpsons, Galileo oder sonst eine Serie um Einschaltquoten buhlt, 70 von 79 Schüler der fünften Jahrgangsstufe wählten  von Dienstag auf Buß- und Bettag ein etwas anderes Programm: Sie durften nämlich in ihrer neuen Schule übernachten und bekamen nebenbei noch ein abwechslungsreiches und ansprechendes Programm durch die Tutoren geboten. Die begeisterte Annahme dieses Angebotes durch Schüler und Elternschaft lässt auf eine Wiederholung dieses Ereignisses hoffen.

Der Sprung von der Grundschule in die fünfte Jahrgangsstufe des Gymnasiums ist kein kleiner; alles ist plötzlich neu, die Lehrer, die Mitschüler und nicht zuletzt die Umgebung. In Bogen existiert daher die Tradition, dass sich Schüler der zehnten Klassen regelmäßig mit den „Neuen“ treffen und sie gleichsam unter ihre Fittiche nehmen. Um aber nun die Eingewöhnung an der neuen Schule besonders voranzutreiben, initiierten die Tutoren aus den drei zehnten Klassen wiederum eine sogenannte „Schul- und Lesenacht“, in der den neuen Schülern die Möglichkeit gegeben werden sollte, begleitet von einem Rahmenprogramm, in der Schule zu übernachten. Auch bei Mittelstufenbetreuer Hans Sagstetter, Unterstufenbetreuer Thomas Rupprecht, Bibliotheksbetreuerin Claudia Graf und Studienreferendarin Nina Groß  fand diese Idee großen Anklang, so dass sie sich gerne bereit fanden, die Aufsicht zu übernehmen und den Abend aktiv mitzugestalten. Laut Hans Sagstetter habe eine solche Veranstaltung in jedem Fall zusätzlich großen pädagogischen Wert, da die Klassen bei der Einschulung oft bunt zueinander gewürfelt seien und sich die Kinder untereinander noch kaum kennen würden. So könne man ihnen die Möglichkeit bieten, sowohl ihre Mitschüler aus der eigenen Klasse als auch aus den Parallelklassen besser kennen zu lernen.

Neben dem pädagogischen Wert der Akklimatisierung aber ist ein solches Ereignis für die Schüler stets mit Abenteuer verbunden. „Wann geht’s denn endlich los?“, war vielfach zu hören, bevor die Begrüßung durch Lehrer und Tutoren erfolgt war. Ab 18.00 Uhr  durchliefen die Teilnehmer nun in stetem Wechsel die angebotenen Stationen, bei denen alles andere als Langeweile aufkam. Hierzu wurden die Kinder  in Gruppen eingeteilt.

Der zweifellos ruhigste „Salon“ befand sich in der Schulbibliothek, wo die Gruppen von StDin Claudia Graf  betreut wurden. Inmitten der im Kreis um sie  gescharten Zuhörer las diese anfangs aus einem Jugendbuch vor, was bei den Schülern gut ankam. Anschließend durfte die Bibliothek auf eigene Faust erkundet werden. So stehen alle Türen offen für eine von ihr und der Fachschaft Deutsch anvisierte Lesenacht.

Nebenan im Pavillon herrschte zwar keine solch andächtige Stille, Konzentration beherrschte aber auch hier die Szene. Angestrengt waren die Augen in ein Liederbuch vertieft, begleitet von den Tutoren wurde mit Hingabe intoniert. Auch wenn nicht jeder Ton stimmte, das Gemeinschaftserlebnis zählte, von „How many roads“ bis zu australischen Volksweisen reichte das Repertoire. „Betrügen verboten!“, war das Motto im Bastelzimmer, wo die Mädchen großenteils ruhig an den bereitgestellten Tischen malten, während die Jungen einen großen Malwettbewerb an der Tafel austrugen, bei dem Begriffe erraten werden mussten. Unter der Maxime „Ich wünsche mir...“ verlief das Geschehen im Spielzimmer, wo an Gruppentischen Kartenspiele und andere Gesellschaftsspiele angeboten wurden. Sogar das Internetcafé blieb der Neugier der Kinder nicht verschlossen, unter Anleitung der Tutoren surften sie nach Herzenslust und taten so neue Möglichkeiten auf, gezielt Informationen zu finden.

Um 20.00 Uhr wurde der Rhythmus des Wechsels zwischen den Stationen durch ein gemeinsames Abendessen unterbrochen, wo für jeden Pizza und selbstgemachter Obstsalat bereitgestellt waren. Schließlich legte sich die Aufregung, die vorher die Szene bestimmt hatte, und um 23.00 kehrte Ruhe ein, natürlich nicht ohne ein Betthupferl, selbstredend vor dem Zähneputzen. „Schaurig ist`s am schönsten“ – so lautete das Motto in den einzelnen Schlafräumen, wo noch jeder eine  Geschichte zum Besten geben durfte. Mit einem gemeinsamen Frühstück am Buß- und Bettag endete die Schulnacht, die für manch einen Schüler die erste Nacht allein außer Hause war.

Diese Art von  Gemeinschaftserlebnis ist sicher zur Nachahmung prädestiniert, nicht nur aufgrund seines pädagogischen Wertes, sondern auch, weil es einfach allen Spaß machte. Unterstützt wurde die Lesenacht auch vom Elternbeirat,  der für die Integration der Frischlinge an der Schule immer ein offenes Ohr und eine gebende Hand hat. 

(H. Sagstetter)

Damit es beim Frühstück keine blutenden Finger gibt, schneidet Unterstufen-betreuer Thomas Rupprecht den Fünftklässlern die Semmeln auf.

Frühstück in der Schule – mal was anderes

Billard, Kickern und Tischtennis rundeten neben Tanzen das Bewegungs-programm ab