Australisches Kaleidoskop


Informations- und Abschiedsabend der australischen Austauschgäste

 

Trotz aller gefühlten Nähe, die sich nach nunmehr schon zwölfjährigem Schüleraustausch einstellt: Australien, der ferne Inselkontinent, bietet dem im kleinteiligen Europa Aufgewachsenen unendlich viel Neues und Faszinierendes. Und so war es nicht verwunderlich, dass die 26 Austauschschülerinnen von der Korowa Anglican Girls‘ School bei Melbourne bei ihren Kurzreferaten über ihre facettenreiche Heimat ein nicht nur zahlreiches, sondern auch gespanntes Publikum vorfanden. In der gemeinsamen Mensa von Ludmilla-Realschule und Veit-Höser-Gymnasium hatten sich Gasteltern und Austauschpartnerinnen von beiden Schulen, aber auch einschlägig interessierte Lehrkräfte eingefunden, die außerdem ein weihnachtliches Buffet mit Bäckereien und Punsch angerichtet hatten. Die in flüssigem Deutsch gehaltenen, mit Powerpoint-Bildern unterstützten Referate stellten die Heimatstadt Melbourne vor, aber auch die große Rivalin Sydney, mit ihrem futuristischen Opernhaus am Meer und der berühmten Hafenbrücke. Auch wurde nicht versäumt, Uluru, den heiligen Berg der Ureinwohner, zu präsentieren, der aus einem einzigen Felsblock besteht und somit der größte Monolith der Welt ist. Zu dem Jahrmillionen alten Weltwunder des Great-Barrier-Riffs bemerkte die Schülerin Maddy Smith trocken: „Ich bin dort neben einem Hai geschwommen und er hat mich nicht gefressen.“ Überhaupt verdeutlichte der Abend, dass Australien über viele Naturwunder und über exzellente Schulen verfügt, dass aber Zimperlichkeit nicht zu den Nationaleigenschaften zählt. Da ist es durchaus üblich, Schülerinnen auf einen 333 Kilometer langen Trek durch den „Bush“, also die Inland-Wüste, zu schicken, wobei Wasser, Kleidung, Essen und Zelt mitzuführen sind und nebenher auch noch 150 Kilometer gepaddelt werden. „Wir konnten einen Monat lang nicht duschen“, erklärte Claudia Hartley, „und ihr könnt euch vorstellen, wie wir schließlich gerochen haben.“ An welcher deutschen Schule ginge Ähnliches ganz ohne Elternbeschwerde ab? Kein Wunder also, dass raue Burschen wie der Schauspieler Hugh Jackman („Wolverine“) zu den beliebtesten australischen Stars zählen oder auch der aus „The King’s Speech“ bekannte Kinostar Geoffrey Rush, quasi ein Nachbar der Korowa-Schule, der im Film mit reichlich unkonventionellen Methoden König Georg VI. sprachtherapiert. Viel gab es noch zu erfahren über die australische Tierwelt mit ihren Kängurus, Koalas, Schnabeltieren und der berühmten Pinguin-Parade von Phillip-Island. Auch australische Sportarten wie Netball, Cricket („Gar nicht langweilig!“) und Australian Football kamen nicht zu kurz. Auch das dunkelste Kapitel der australischen Geschichte, die Diskriminierung der Ureinwohner, welche bis zu staatlich organisiertem Kinderraub ging, blieb nicht ausgespart. Dann aber war Dank angesagt: Dank an die Gasteltern und die organisierenden Schulen, nicht zuletzt an die VHG-Lehrkräfte Nicole Köpff und Anne Robens. Und VHG-Schulleiter Helmut Dietl versäumte natürlich nicht, auch „der Seele des Austausches“, der Korowa-Lehrerin Dianne Tamburro, von Herzen zu danken.

(A. Kitzinger)

[Bild: Die jungen Betreuerinnen der australischen Austauschgruppe danken den deutschen Gastgebern]    
























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