Orchesterklang, Tanz und der Prophet Amos


Adventsabend am Veit – Höser – Gymnasium war schwungvoll und nachdenklich

Schwungvolle Orchesterklänge und weihnachtlicher Gesang, erstklassige Tanzchoreographien und ein Beitrag der Amnesty- Gruppe, der zum Nachdenken anregte: Alles das in nicht alltäglicher Weise und auf hohem Niveau geboten am Donnerstag im Rahmen einer abendlichen Adventsfeier am Veit – Höser – Gymnasium . Vorweihnachtlich begeistert zeigten sich von diesen klingenden,  tanzenden und gesprochenen Darbietungen die zahlreichen Besucher in der voll besetzten   VHG - Dreifachturnhalle. Unter ihnen als Zuschauer , aber auch als Akteure,  die in der kommenden Woche Abschied nehmenden australischen Austauschschülerinnen.

Schulleiter Helmut Dietl zeigte sich in seinen in adventliche Verse gepackten Willkommensworten hoch erfreut über das große Interesse an dieser Veranstaltung: „ Ich lasse mich genau wie Sie alle überraschen und danke schon jetzt unseren dafür verantwortlichen Kollegen ebenso wie unseren begeistert für diese Feier übenden Schülerinnen und Schülern für ihren  Einsatz“. Moderiert wurde das Programm humorvoll und echt professionell von den  Schülersprechern Simone Griesbeck (10a), Jan-Phillip Baldus (Q11) und Tobias Rothammer (9c).
  
Zurecht angekündigt als „ Power – Orchester“ stand am Anfang der Auftritt des großen Schulorchesters , das sich  unter Stabführung  von Doris Köppel mit drei Titeln in beeindruckender Klangfülle präsentierte. Zuerst brachten die jungen Musiker mit Bravour Rossinis  Ouvertüre aus „ Der Barbier von Sevilla“ zu Gehör und ließen danach ihre Zuhörer wunderschön  andächtig Humperdincks   Abendsegen aus  „Hänsel und Gretel“ musikalisch interpretiert nachempfinden. Weiter ging das erstklassige Zusammenspiel der Instrumente mit „ Canticum“ von J. Curnow bis der mit viel  Beifall belohnte Melodienpotpourri zum Schluss die fröhliche Erwartungshaltung der Adventszeit mit dem Weihnachtslied „ Lord of the Dance“ von R.Hardiman herein holte.

Den Spaß an ihrem Auftritt merkte man den Gesichtern der jungen Schüler aus der Klasse 6d ( Lehrerin Sabine Hafner) an: Mit ihrem Beitrag „Christmas is“ verdeutlichten sie nämlich genau die gar nicht erstrebenswerte Seite des Festes in ihrer überladenen Geschäftigkeit auf der einen Seite und der gemütlichen Besinnlichkeit mit Kerzen und  Plätzchen  andererseits. Ebenfalls  zu den VHG – Jüngeren gehörend, zeigte die von Annabelle Junker geleitete Tanz – AG der Klassen 5 mit 8 , wie man tänzerisch  heiter „ Alle I want for Christmas“ ausdrücken kann.
   
Danach die von der Amnesty- Gruppe unter Regie  von Lisa Perschl  viele ernste Fragen aufwerfende und tiefe Betroffenheit auslösende Szene : Der alttestamentarische Prophet Amos, ein in der weit vor Christi Geburt liegenden Zeit lebender Sozialkritiker , würde  mit seinen anprangernden Worten „ Ich hasse eure Feste“ ebenso in  unsere moderne  Gesellschaft  passen, in der trotz Überfluss und Reichtum immer mehr Menschen bittere Not leiden müssen.
          
Die Pause nutzte die Amnesty – Gruppe zu einem Bücherflohmarkt . Dabei waren auch fünf Asylbewerberinnen aus dem Oberalteicher Asylantenheim, die die Amnesty-Gruppe eingeladen hatte.  Alkoholfreien Punsch und Gewürze aus Siri Lanka gab es bei der UNESCO – Gruppe und wie jedes Jahr warb mit einem eigenen Stand der Karmelitenpater Rainer Fielenbach dafür, die durch die schreckliche Mauer und Repressalien der Israelis um ihre Existenz kämpfenden und Not leidenden palästinensischen Christen in Bethlehem durch den Kauf von Olivenholz – Schnitzereien zu unterstürzen.
                  
Den zweiten Teil des Abends bereicherten zweimal die Tänzerinnen der Oberstufen – Tanz – AG in schwungvoll und perfekt von Annabelle Junker  einstudiert mit „ Falling in Love Tonight“ und mit „ Only Hope“,  letzteres präsentiert von Tina Sträußl am E- Piano und Michelle Jung mit Gesang.  Viel zu lachen gab es dazwischen , als in Anlehnung an die   Thomas - Gottschalk – Fernsehauftritte  die von Birgit Englmeier geleitete Schulspielgruppe das  überaus amüsante  Adventsspecial „ Wetten dass …“ mit jeder Menge Showstars und kreischenden  Fans brillant umgesetzt servierte. Den Schlusspunkt setzten mit ihrem  lustig gestenreich vorgetragenen Lied „ Last Christmas“ die Australierinnen, die vier Wochen lang mit ihrer Deutschlehrerin Dianne Tamburro am VHG zu Gast waren.   – Am Ende war es Elternbeiratsvorsitzende Hildegard Hilmer , die mit den Worten „ Ihr habt wahre  Spitzenleistungen geliefert“ sicher das ausdrückte, was die  Besucherschar mit ihrem lang anhaltendem Beifall zeigte.

Bericht im Straubinger Tagblatt vom 19.12.2011 (Dorothea Wolf)

 

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