Abschließender Vortrag zum Thema Essstörungen


Im Rahmen des Q12 P-Seminars Biologie „Essstörungen“ referierte Frau Ulrike Lucarelli am 26.01.2012 zu dem gesellschaftlich wichtigen Thema „Essstörungen“. Dabei stellte die aus München angereiste Referentin das therapeutische Wohngruppenprojekt der Organisation anad.eV vor. In dieser Organisation leben Frauen, respektive Männer mit Essstörungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen in Wohngruppen im Zentrum von München und werden intensiv von einem Team aus Psychotherapeuten, Sozialpädagogen und Ernährungstherapeuten begeleitet. Eindrucksvoll für alle Teilnehmer stellte Frau Lucarelli,  Diplom Sozialpädagogin und Diplom Gestaltpädagogin, ihren Arbeitsalltag und den ihrer Kollegen vor. Dabei ging sie auf die sozialpädagogische Betreuung, die sozialpädagogischen Ziele und die Psychotherapie näher ein. Zudem stellte sie das Diät-Modell bzw. das Anti-Diät-Modell und die Familientherapie in ihren Grundzügen vor. Im zweiten Teil des Vortrags wurden auf Wunsch des P-Seminars die Fragen „Wie erkenne ich eine Essstörung?“ und „Wie spricht man einen Menschen mit einer möglichen Essstörung an?“ geklärt. Frau Lucarellli zeigte hierbei Alarmzeichen für eine mögliche Essstörung auf, so wären z.B. die ständige Sorge um Figur, Gewicht oder Aussehen, die ständige Beschäftigung mit den Themen „Essen und Nahrung“, Angstzustände, Depressionen, Zwänge und seelische Veränderungen zu nennen. Bei einem konkreten Verdacht bezüglich einer vorliegenden Essstörung, sei es Magersucht, Bulimie oder Fettleibigkeit, sollten laut der Referentin Hilfen auf verschiedenen Ebenen angeboten werden, so z.B. das Aufsuchen eines Arztes und der Kontakt zu einer Beratungsstelle. Auf jeden Fall sollte man den Kontakt zu der essgestörten Person nicht abbrechen, vielmehr ist das Gespräch mit dieser zu suchen, in dem dann aber keine Vorwürfe bzw. Du-Botschaften („Du siehst aber schlecht aus“) ausgesendet werden sollten. Nach dem 60-minütigen, sehr informativen und interessanten Vortrag wurden die vielen Fragen der interessierten Teilnehmer ausführlich und kompetent von Frau Lucarelli beantwortet.

Im Rahmen der in der Aula des VHG aufgebauten zweiwöchigen Ausstellung, die über die Themen Magersucht, Bulimie und Fettlebigkeit informierte, stellte der Vortrag von Frau Lucarelli die Abschlussveranstaltung des P-Seminars Biologie in der Q12 dar.

Während des P-Seminars hatten die Seminarteilnehmer unter anderem Präsentationen zu den jeweiligen Themen erstellt, einen Projekttag für die 7. und 8. Jahrgangsstufe am 21.7.2011 geplant, organisiert und sehr erfolgreich durchgeführt und Informationsplakate für die Ausstellung erstellt. Alle erarbeiteten und gesammelten Materialien wurden in einen „Essstörungskoffer“ gepackt, der zukünftig bei evtl. auftretenden Fragen oder Problemen allen Lehrern und Schülern zur Verfügung steht.

Insgesamt lässt sich ein sehr positives Fazit zum Ende des P-Seminars ziehen, das arbeitsintensiv, interessant und abwechslungsreich war, und in dem vor allem die Seminarteilnehmer eigenaktiv und sehr engagiert das Thema Essstörungen beleuchteten.








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