Erfolgreiche Teilnahme des Veit-Höser-Gymnasiums bei Jugend forscht
Florian Heinrich gewinnt den Regionalwettbewerb im Fachbereich Mathematik und Informatik
Beim diesjährigen Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ an der Universität Passau war am vergangenen Freitag (01.03.13) die Prämierung der besten Forschungsarbeiten. Ca. 270 Schülerinnen und Schüler aus ganz Niederbayern nahmen mit ca. 130 Projekten an diesem naturwissenschaftlichen Wettbewerb teil und präsentierten ihre Projekte aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Technik, Biologie, Chemie und Physik einer Jury und einem breiten Publikum. Nach den Erfolgen in den vergangenen Jahren nahm das Veit-Höser-Gymnasium Bogen auch in diesem Jahr mit einer jungen Forschergruppe an diesem Wettbewerb teil und konnte erneut große Erfolge erzielen.
Florian Heinrich, Schüler der Q12, erzielte mit seiner Arbeit „10 ist nicht immer zehn – eine Software für Zahlensysteme“ den 1. Platz im Bereich Mathematik/Informatik beim Regionalwettbewerb Jugend forscht in Passau und er qualifizierte sich damit für den bevorstehenden Landeswettbewerb. Für seine herausragende Forschungsarbeit wurde Florian Heinrich zusätzlich mit dem Sonderpreis der Universität Passau ausgezeichnet. Seit längerem beschäftigt sich Florian Heinrich intensiv mit Zahlen und mathematischen Problemstellungen. Sein starkes Interesse für diesen Fachbereich, sein Forscherdrang und sein Spezialwissen haben den Jungforscher veranlasst, ein Programm zu entwickeln, das es ermöglicht, sich der Theorie der verschiedenen Zahlendarstellungen interaktiv zu nähern. So war das Ziel von Florian Heinrich, mit Hilfe des erarbeiteten Programms eigene Zahlensysteme mit eigenen Ziffern zu definieren. Ein häufiges Anwendungsgebiet für seine entwickelten Zahlensysteme ist die Digitaltechnik, da z.B. Computer nur mit den Zuständen 0 und 1 rechnen können. Alle Informationen, die ein Computer verarbeiten kann, müssen auf diese beiden Zustände zurückgeführt werden. Dieser Vorgang wird als Codieren bezeichnet, und wird ebenfalls im Rahmen dieser Arbeit mit Hilfe der entwickelten Software veranschaulicht. Im Mittelpunkt seiner intensiven Forschungsarbeit stand das Bestreben, das Projekt sowohl für didaktische Zwecke einsetzen als auch durch fortgeschrittene Anwender nutzen zu können. Neben dem entwickelten Programm überzeugte der Schüler die Jury vor allem durch sein Fach- bzw. Spezialwissen und er begeisterte bei der Vorstellung seines Projekts im Audimax der Universität auch das breite Publikum.
Marion Vogl, Schülerin der Q12, ist für ihre beiden Forschungsarbeiten aus den Bereichen Biologie und Chemie ausgezeichnet worden. Mit dem Projekt „Stevia - Süßes Gold aus grünen Blättern?“ erreichte sie den 3. Platz im Fachbereich Biologie und erhielt zusätzlich einen dotierten Sonderpreis der Stadt Passau. Sie beschäftigte sich dabei mit den praktischen Grundlagen des Anbaus der Pflanze Stevia rebaudiana, den als Süßstoff nutzbaren Blattbestandteilen, dem Nachweis und der Gewinnung dieser Verbindung sowie deren Verwendung als Lebensmittelzusatzstoff. Im Rahmen des Praxisteils wurde die Pflanze unter verschiedenen Bedingungen angebaut, kultiviert und vermehrt, um optimale Wachstumsbedingungen zu ermitteln. Die in den Blättern enthaltenen Süßstoffe (v.a. Steviosid) wurden mit Dünnschichtchromatographie aufgetrennt und nachgewiesen und auf ihre Stabilität bezüglich hoher Temperaturen, dem Einfluss saurer und alkalischer Lösungen und der Einwirkung von Enzymen untersucht. Über verschiedene Methoden wurden die Süßstoffe aus den Blättern der Stevia rebaudiana gewonnen und bestmöglich gereinigt. Mit Hilfe mehrerer Geschmackstests wurde beurteilt, inwiefern die Steviolglycoside aus der Stevia rebaudiana als moderner Zuckerersatzstoff akzeptiert und verwendet werden können. Im Rahmen des Theorieteils wurden die theoretischen Grundlagen sehr ausführlich und fachlich auf hohem Niveau dargestellt. In ihrer zweiten Forschungsarbeit beschäftigte sich Marion Vogl mit dem Thema „Granatapfel – gesund, verführerisch, tödlich?“. Auch für dieses Forschungsprojekt wurde sie mit einem dotierten Sonderpreis ausgezeichnet. Auf Grundlage der Trennung und des Nachweises der im Saft des Granatapfels enthaltenen Bestandteile wurden bedeutsame, medizinisch nützliche und wirksame Inhaltsstoffe des Granatapfels nachgewiesen. Zudem untersuchte die Jungforscherin anhand vielfältiger Experimentierreihen die dem Granatapfel zugesprochenen antimikrobiellen Wirkungen. Aus diesen Erkenntnissen ließen sich neben dem Granatapfel als Nahrungsmittel mögliche medizinische, gesundheitliche und ernährungsbedeutsame Verwendungen im Alltag ableiten. Anhand schrittweiser Dokumentationen verbunden mit ansprechenden Darstellungen bereitete Marion Vogl ihre beiden Forschungsarbeiten aussagekräftig an ihren Präsentationsständen auf.
Jakob Schmidt aus der 10. Jahrgangsstufe komplettierte das erfolgreiche Jugend-forscht-Team des VHG. Er baute im Rahmen seines Projektes „Drohnen – nicht alles was da fliegt ist ein Vogel“ ein leicht zu reparierendes Flugzeugmodell einer Drohne – ein unbemanntes Luftfahrzeug. Eine mögliche Anwendung dieses selbst geplanten und eigenaktiv zusammengebauten Flugzeugmodells ist z.B. der Transport einer kleinen Kamera für Luftaufnahmen. Auch sein Technik-Projekt fand große Beachtung bei Jury und Publikum.
Für das herausragende Engagement von Schülern und des Betreuungslehrers Oberstudienrat Wilhelm Gasparics wurde dem Veit-Höser-Gymnasium zudem ein dotierter Schulpreis verliehen. Die individuelle Förderung besonders begabter Schüler über den Fachunterricht hinaus stellt einen wichtigen Bestandteil der naturwissenschaftlichen Ausbildung am Veit-Höser-Gymnasium dar. Seit dem Schuljahr 2007/2008 können naturwissenschaftlich interessierte Schülerinnen und Schüler ihrem Forscherdrang nachgehen und sie werden im Rahmen des Wahlkurses Jugend forscht in ihrer Arbeit vielseitig und intensiv gefördert.
Die individuelle Förderung von Schülern am VHG in verschiedenen Jugend forscht- Fachbereichen wird auch in den kommenden Jahren angeboten. Somit haben interessierte Schüler auch zukünftig die Möglichkeit, ihrem Forscherdrang nachzugehen, eigene Projekte zu entwickeln und sich weiterhin mit Begeisterung der Untersuchung von wissenschaftlich Unbekanntem zu widmen.
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Von: H. Dietl, OStD, Schulleiter und W. Gasparics, OStR
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