Unser Namenspatron - Abt Veit Höser

Veit Höser - der Namensgeber unseres Gymnasiums und ein Geistlicher, der sich um die Bildung sorgte.

Veit Höser wurde am 12. November 1577 in Kirchenlaibach unweit von Bayreuth geboren. Nach einem wechselvollen Leben starb er im Jahre 1634 in Oberalteich. Er war der 44. Abt des Benediktinerklosters Oberalteich und gilt von allen Äbten dieses Klosters als der bedeutendste. Sein Name und seine Person zählt auch zu den herausragendsten unter den Klostervorstehern aller bayerischen Klöster. Die Gründe, dem Gymnasium in Bogen in den 70er Jahren den Namen Veit-Höser-Gymnasium zu geben, lagen zum einen in der Persönlichkeit dieses bemerkenswerten Mannes, der vor dem Vergessen bewahrt zu werden verdient und in dem, was er für das Kloster Oberalteich getan hat. Zum anderen sollte sein Name sicher stellvertretend für die Institution des Klosters Oberalteich, für die Bedeutung und das Wirken dieser Abtei im näheren Donauraum und im Gebiet des Vorwaldes stehen. Die Errichtung eines Gymnasiums in Bogen, wofür sich besonders der damalige Landrat Xaver Hafner eingesetzt hat, sollte auch in unserer Region der jungen Generation neue Impulse und neue Perspektiven der Bildung und Erziehung geben und damit zunehmende Lebensqualität auch im ländlichen Raum erzeugen.

Was die Grafen von Bogen durch die Gründung des Klosters Oberalteich geistig und kulturell für ihr Gebiet getan haben, kann kaum besser als durch die Benennung des Gymnasiums nach dem bedeutendsten Abt ausgedrückt werden; denn dass die Klöster seinerzeit die Zentren nicht nur des Glaubens und der Frömmigkeit, sondern auch der Erziehung, Bildung und Kunst gewesen sind, ist bekannt. Gerade von Veit Höser ist überliefert, dass er bei seinen Oberen zeitweise in Ungnade gefallen ist, weil er eine besondere Vorliebe für die Naturwissenschaft gezeigt hat und darauf mehr Zeit als für fromme Betrachtungen und fleißiges Beten verwendet hat. Im Jahre 1614 wurde er "einstimmig und mit lautem Beifalle" zum Abt des Klosters in Oberalteich gewählt und vom Bischof im Dom zu Regensburg geweiht. Als Abt sorgte er sich um die Klosterschule, verbesserte den Unterricht und sorgte sich um die Qualifikation der Lehrer. Wir wissen, dass er jedes Jahr junge Mitbrüder nach Ingolstadt an die Universität schickte, um diese fortzubilden und um so die Schule auf ein entsprechendes Niveau zu führen. Er reformierte auch energisch das klösterliche Leben: so ersetzte er den Sonderbesitz der Mönche und den Müßiggang durch Tugendbesitz und wissenschaftliche Studien. Ihm gelang es, die Schulden des Klosters abzutragen, er baute die Pfarrgebäude auf dem Bogenberg neu, er mehrte den Besitz des Klosters, er fügte dem Kirchenschatz wertvolle Gegenstände hinzu und er vervollständigte die Bibliothek. Zwischen 1622 und 1630 plante und baute er eine völlig neue Klosteranlage mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden und eine einzigartige neue Abteikirche.

Zur Kirchweihe am 21. Juli 1630 (also mitten im 30-jährigen Krieg) kamen über 20.000 Menschen nach Oberalteich. Planung und Baubericht hielt er selbst schriftlich fest, die Aufzeichnungen sind heute in der Bayerischen Staatsbibliothek in München erhalten. Über die Ereignisse seiner Bautätigkeit ließ er im Jahre 1630 von Philipp Sadeler einen großartigen Kupferstich (42×61,5 cm) anfertigen, der das Kloster und die Kirche von Oberalteich, Priorat und Kirche Bogenberg und den Markt Bogen zeigt. Als Marienverehrer förderte er die Wallfahrt zum Bogenberg. Als im Jahre 1633 die Protestanten und Schweden nach der Eroberung Münchens und Regensburgs auch nach Niederbayern vordrangen mussten der Abt und die Mitbrüder fliehen, auf ihn selbst war ein Preis ausgesetzt. Das berühmt gewordene Tagebuch des Veit Höser, das seine Flucht beschreibt, gewährt einen Einblick in das Elend während des 30-jährigen Krieges. Die feindlichen Soldaten verwüsteten das neue Kloster, der geflohene Abt konnte zwar nach Ende des Krieges wieder zurückkehren, sein Lebenswerk war aber zerstört und seine Lebenskraft gebrochen. Veit Höser starb am 9. August 1634 als Opfer der Pest.

Für das Veit-Höser-Gymnasium Bogen ergibt sich aus dem Leben und Wirken des bedeutenden Abtes des Benediktinerklosters Oberalteich die Aufgabe und die Verpflichtung, eine Bildungs- und Erziehungstradition dieses Raumes wieder aufzunehmen und fortzuführen!