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Was die Grafen von Bogen durch die Gründung des Klosters Oberalteich geistig und kulturell für ihr Gebiet getan haben, kann kaum besser als durch die Benennung des Gymnasiums nach dem bedeutendsten Abt ausgedrückt werden; denn dass die Klöster seinerzeit die Zentren nicht nur des Glaubens und der Frömmigkeit, sondern auch der Erziehung, Bildung und Kunst gewesen sind, ist bekannt. Gerade von Veit Höser ist überliefert, dass er bei seinen Oberen zeitweise in Ungnade gefallen ist, weil er eine besondere Vorliebe für die Naturwissenschaft gezeigt hat und darauf mehr Zeit als für fromme Betrachtungen und fleißiges Beten verwendet hat. Im Jahre 1614 wurde er "einstimmig und mit lautem Beifalle" zum Abt des Klosters in Oberalteich gewählt und vom Bischof im Dom zu Regensburg geweiht. Als Abt sorgte er sich um die Klosterschule, verbesserte den Unterricht und sorgte sich um die Qualifikation der Lehrer. Wir wissen, dass er jedes Jahr junge Mitbrüder nach Ingolstadt an die Universität schickte, um diese fortzubilden und um so die Schule auf ein entsprechendes Niveau zu führen. Er reformierte auch energisch das klösterliche Leben: so ersetzte er den Sonderbesitz der Mönche und den Müßiggang durch Tugendbesitz und wissenschaftliche Studien. Ihm gelang es, die Schulden des Klosters abzutragen, er baute die Pfarrgebäude auf dem Bogenberg neu, er mehrte den Besitz des Klosters, er fügte dem Kirchenschatz wertvolle Gegenstände hinzu und er vervollständigte die Bibliothek. Zwischen 1622 und 1630 plante und baute er eine völlig neue Klosteranlage mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden und eine einzigartige neue Abteikirche. Zur Kirchweihe am 21. Juli 1630 (also mitten im 30-jährigen Krieg) kamen über 20.000 Menschen nach Oberalteich. Planung und Baubericht hielt er selbst schriftlich fest, die Aufzeichnungen sind heute in der Bayerischen Staatsbibliothek in München erhalten. Über die Ereignisse seiner Bautätigkeit ließ er im Jahre 1630 von Philipp Sadeler einen großartigen Kupferstich (42×61,5 cm) anfertigen, der das Kloster und die Kirche von Oberalteich, Priorat und Kirche Bogenberg und den Markt Bogen zeigt. Als Marienverehrer förderte er die Wallfahrt zum Bogenberg. Als im Jahre 1633 die Protestanten und Schweden nach der Eroberung Münchens und Regensburgs auch nach Niederbayern vordrangen mussten der Abt und die Mitbrüder fliehen, auf ihn selbst war ein Preis ausgesetzt. Das berühmt gewordene Tagebuch des Veit Höser, das seine Flucht beschreibt, gewährt einen Einblick in das Elend während des 30-jährigen Krieges. Die feindlichen Soldaten verwüsteten das neue Kloster, der geflohene Abt konnte zwar nach Ende des Krieges wieder zurückkehren, sein Lebenswerk war aber zerstört und seine Lebenskraft gebrochen. Veit Höser starb am 9. August 1634 als Opfer der Pest.
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