FAQ zur Individuellen Lernzeit

Wie funktioniert das Frühwarnsystem?

Die Schule ermittelt beim Zwischen- und Jahreszeugnis in den Jahrgangsstufen 8 bis 10 anhand des aktuellen Notenstandes in den Kernfächern diejenigen Schüler, deren Leistungsstand nicht genügend gefestigt ist. Die betreffenden Eltern und Schüler werden von der Schule über diesen Sachverhalt informiert und, wenn gewünscht, zusätzlich vom Beratungslehrer eingehend beraten. Auf Antrag erhalten die Schüler von der Schule spezielle, individuelle Förderangebote.

Welche individuellen Förderangebote gibt es?

In den Fächern Deutsch, Englisch, Französisch, Latein und Mathematik helfen sogenannte fachspezifische Lerncoaches den Schülern bei der Konsolidierung des Wissens. Hierbei handelt es sich nicht um feste Unterrichtsstunden, wie etwa bei der flexiblen Intensivierung, sondern die Hilfe erfolgt u.a. in Form von Lerntipps, Arbeitsaufträgen, Übungsaufgaben mit/ohne Korrektur und Beratungsgesprächen.

Wer nimmt an diesen individuellen Förderangeboten teil?

Die Förderangebote sind nur Schülern zugänglich, deren Notenbild eine Förderung als geboten erscheinen lässt und die zusammen mit den Eltern in einer Zielvereinbarung ausdrücklich ihren ernsthaften Willen bekunden, diese Angebote nutzen zu wollen.

Wie lange dauern diese individuellen Förderangebote?

Die Teilnahme an individuellen Förderangeboten ist generell auf ein Schulhalbjahr ausgelegt. Danach wird in Abhängigkeit vom aktuellen Wissensstand mit Eltern und Schülern über eine Fortsetzung bzw. Veränderung (andere Fächer) der Maßnahme entschieden.
Wiederholte Verstöße gegen die Grundregeln des Förderangebots können einen vorzeitigen Ausschluss von der Fördermaßnahme nach sich ziehen.

Zählen diese individuellen Förderangebote auch zu den zehn Halbjahresleistungen, die bis zur 10. Klasse einzubringen sind?

Ja, die Teilnahme an der individuellen Förderung wird als Halbjahresleistung verbucht.

Kann man an dieser individuellen Förderung auch dann teilnehmen, wenn von Seiten der Schule kein Angebot erfolgt?

Nein, um den Erfolg dieser Fördermaßnahme sicherzustellen, sollte die Gruppenstärke nicht zu groß werden. Daher kann man nicht „zusätzlich freiwillig“ an dieser Maßnahme teilnehmen. Freiwillig kann man sich aber halbjährlich für die flexible Intensivierung anmelden.

Was ist ein Flexibilisierungsjahr?

Ein Flexibilisierungsjahr bietet die Möglichkeit,  in den Jahrgangsstufen 8, 9 oder 10 ein Schuljahr in zwei Jahren zu absolvieren. Es kann flexibel in Abhängigkeit vom Förderbedarf gestaltet werden. Die Stundentafel wird für die Schüler individuell modifiziert. Sie haben somit mehr Zeit zur Festigung des Wissens. Grundsätzlich gibt es hierbei zwei unterschiedliche Formen, nämlich Variante 1 und Variante 2.

Welche Varianten des Flexibilisierungsjahres sind möglich?

Variante 1:

Erneute Belegung der Jahrgangsstufe 8, 9 oder 10, nachdem diese bereits bestanden ist.
Nachdem die Schüler das Jahrgangsziel erreicht haben, wiederholen sie diese Klasse. Im Wiederholungsjahr wird der Unterricht in den Jahrgangsstufen 8 und 9 um sechs Wochenstunden, in der Jahrgangsstufe 10 um acht Wochenstunden reduziert. Somit haben die Schüler weniger Fächer und mehr Zeit. Die Fächer, die im Wiederholungsjahr nicht besucht werden, sind in den Jahrgangsstufen 8 und 9 ausschließlich Nichtkernfächer, in der Jahrgangsstufe 10 kommen hierfür zusätzlich noch solche Fächer in Betracht, die nach der 10. Klasse abgelegt, also in Jahrgangsstufe 11 nicht mehr besucht werden. Die Auswahl dieser Fächer wird von der Schule festgelegt. Die Stunden „ohne Unterricht“ eröffnen Zeitfenster, die die Schüler zur Stabilisierung des Lernstandes nutzen können. Die Schule bietet zusätzlich Hilfen (siehe individuelle Förderangebote) durch Lerncoaches an.
 

Variante 2:

Jahrgangsstufe 8 oder 9 wird mit Blick voraus in zwei Etappen durchlaufen
Die Schüler entscheiden sich vor Beginn der Jahrgangsstufe 8 bzw. 9 dafür, diese in zwei Etappen zu durchlaufen. Im ersten Jahr nehmen sie mit einer um sechs Wochenstunden reduzierten Stundentafel am Unterricht einer Klasse teil. Sie haben somit weniger Fächer und mehr Zeit. Die Fächer, die nicht besucht werden, sind Nichtkernfächer oder die neuen Kernfächer Chemie oder Französisch. Die Auswahl dieser Fächer wird von der Schule festgelegt. Die Stunden „ohne Unterricht“ eröffnen Zeitfenster, die die Schüler zur Stabilisierung des Lernstandes nutzen können. Die Schule bietet hier zusätzliche Hilfen (siehe individuelle Förderangebote) durch Lerncoaches an.
Da die Schüler nicht alle Fächer der Jahrgangsstufe besucht haben, erhalten sie am Ende des ersten Jahres kein Jahreszeugnis, sondern lediglich ein Zwischenzeugnis. Im zweiten Jahr wird die gleiche Jahrgangsstufe erneut besucht. Jetzt wird die Stundentafel in anderen Nichtkernfächern, die wieder von der Schule festgelegt werden, um sechs Wochenstunden reduziert. Die Schule bietet auch im 2. Jahr zusätzliche Hilfen (siehe individuelle Förderangebote) durch Lerncoaches an.
Erst nach dem Zweitdurchlauf der Jahrgangsstufe wird ein Jahreszeugnis erteilt, das die Leistungen über beide Jahre berücksichtigt.

Gibt es eine Mindestzahl an Teilnehmern für ein Flexibilisierungsjahr?

Da die Schüler, die ein Flexibilisierungsjahr belegen, mit reduzierter Stundentafel den Unterricht einer regulären Klasse besuchen, gibt es keine Mindestteilnehmerzahl.

Wann kann man sich für ein Flexibilisierungsjahr anmelden?

Die Anmeldung zur Teilnahme an einem Flexibilisierungsjahr ist nahezu unabhängig von der Variante, die man nutzen möchte.

Für die Variante 1 kann man sich am Ende der bestandenen Jahrgangsstufe 8, 9 oder 10 entscheiden. Die Entscheidung kann aber noch bis Ende des folgenden Schulhalbjahres nachgeholt werden. Das Zeitfenster reicht also von Schuljahresende bis zum Zwischenzeugnistermin des nächsten Schuljahres.

Für die Variante 2 (Durchlauf einer Jahrgangsstufe in zwei Etappen) kann man sich am Ende der bestandenen Jahrgangsstufe 7 oder 8 entscheiden. Die Entscheidung kann aber noch bis Ende des folgenden Schulhalbjahres nachgeholt werden. Das Zeitfenster reicht also von Schuljahresende bis zum Zwischenzeugnistermin des nächsten Schuljahres.

Der beste Zeitpunkt für beide Varianten ist im Sinne des Lernerfolges der Schüler, wie auch in planerischer Hinsicht für die Schule, das Schuljahresende im Juli.

Wie oft kann man ein Flexibilisierungsjahr machen?

Ein Flexibilisierungsjahr kann - unabhängig von der Variante - nur einmal in Anspruch genommen werden.

Wird das Flexibilisierungsjahr auf die Höchstausbildungsdauer angerechnet?

Die Belegung eines Flexibilisierungsjahres wird nicht auf die Höchstausbildungsdauer von zehn Jahren angerechnet, allerdings darf die Verweildauer in den Jahrgangsstufen 10 bis 12 insgesamt vier Jahre nicht überschreiten.