„Europa muss, seinem Erbe getreu, einen neuen Humanismus verkörpern, als Hort der Menschenwürde und der sozialen Gerechtigkeit.“

Dieses Zitat des ehemaligen und inzwischen verstorbenen Bundespräsidenten
Richard von Weizsäcker verdeutlicht, wie die Amnesty-International-Gruppe unseres Gymnasiums mit dem europäischen Engagement unserer Schule verbunden ist.

Was ist Amnesty International und was macht die Jugendgruppe am Veit-Höser-Gymnasium?
Amnesty International ist eine weltweite Bewegung, die sich für die Menschenrechte einsetzt durch Aufklärungsarbeit über Menschenrechte, durch das Aufdecken von Menschenrechts-verletzungen, durch die Mobilisierung der Öffentlichkeit bei drohenden oder bestehenden Menschenrechtsverletzungen. 1961 von dem englischen Rechtsanwalt Peter Benenson gegründet, hat Amnesty International weltweit etwa 7 Millionen Mitglieder, in Deutschland über 130000 Mitglieder und Unterstützer, die in circa 600 Gruppen organisiert sind.

Eine davon besteht seit dem Schuljahr 2002/2003 an unserer Schule und hat jährlich zwischen 15 und 25 Mitglieder. Sie trifft sich durchschnittlich zweimal im Monat, um Informations- oder Unterschriften-aktionen für Opfer von Menschenrechtsverletzungen zu planen, am Adventsabend stellt sie Betroffene in kurzen Präsentationen oder Sprechstücken vor und betreibt einen Bücherverkauf zugunsten von Amnesty International, in den Projektwochen veranstaltet sie einen Menschenrechts-Informationstag für SchülerInnen der Mittelstufe.

In den letzten drei Schuljahren hat sich als Schwerpunkt die Begegnung mit Flüchtlingen herauskristallisiert. Es wurde gemeinsam mit Flüchtlingen – Minderjährigen und Erwachsenen – gekocht, Fußball gespielt, man veranstaltete gemeinsame DVD-Abende, unterstützte manche der ausländischen Jugendlichen bei den Schularbeiten und suchte den Austausch über kulturell bedingte Verschiedenheiten. So erstaunte es einige der jugendlichen Asylbewerber zum Beispiel sehr, dass in Deutschland die SchülerInnen so ernst genommen werden, dass nachgefragt wird zu Hause, wenn sie nicht in der Schule sind, oder dass im Rahmen des Religionsunterrichts nicht nur über die christliche, sondern über alle Weltreligionen informiert wird. Diese verwunderte Reaktion verwunderte wiederum die deutschen SchülerInnen und verdeutlichte ihnen auch ein Stück weit ihre privilegierte Situation als Deutsche und Europäer – die allerdings auch die Verpflichtung umfasst, für die Werte, auf denen der Europagedanke basiert, einzutreten. Eine Verpflichtung, die umzusetzen, gerade in Zeiten zunehmender nationalistischer und, damit verbunden, teilweise auch rassistischer Überzeugungen zunehmend drängender wird.

 

Lisa Perschl, OStRin,

Leiterin der Amnesty-International-Gruppe am VHG

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