VHG stolz und glücklich über die EUROPA – Urkunde 2010


Staatsministerin Emilia Müller überreichte die Auszeichnung – Festakt der  Schulgemeinschaft mit viel Prominenz

 

Bogen. (dw) So herausragend wie die langjährigen und erfolgreichen  europaweiten schulischen Aktivitäten des Veit – Höser – Gymnasiums, so herausragend  war auch der Besuch, den Schulleiter Helmut Dietl  am Mittwoch zur Verleihung einer ganz besonderen Auszeichnung mit einem herzlichen „Grüß Gott“ begrüßen  konnte: Die Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten in der Bayerischen Staatskanzlei und Bevollmächtigte des Freistaates Bayern beim Bund, Emilia Müller, war eigens aus München angereist, um dem VHG als erstem Gymnasium in Niederbayern für sein außerordentliches grenzüberschreitendes Handeln  die  Europa – Urkunde 2010 persönlich zu überreichen. In ihrer Laudatio betonte sie: „Ich freue mich sehr, das Veit – Höser- Gymnasium heute als eine der besten Schulen im Bereich des europäischen und internationalen Engagements würdigen zu dürfen“.

Die Ränge der großen Dreifachturnhalle des Gymnasiums  besetzt mit den etwa 780 Schülerinnen und Schülern aller Jahrgangsstufen, eine lange  Reihe von    Informationsständen, schwungvolle Orchestermusik, Tanzdarbietungen, Live- Interviews, dazu   mit Landrat Alfred  Reisinger und Bürgermeister Franz Schedlbauer an der Spitze viele Ehrengäste als prominente Vertreter aus allen Bereichen der Öffentlichkeit und natürlich als das Highlight des Festaktes die  Ministerin:  „Die Schulgemeinschaft des Veit-Höser-Gymnasiums freut sich sehr über diese ehrenvolle Auszeichnung“, stellte Oberstudiendirektor Helmut in seinen Willkommensworten fest. Dabei war ihm deutlich der Stolz darüber anzumerken, dass man  bereits zum zweiten Mal hohen Besuch aus der Bayerischen Staatskanzlei  begrüßen könne. Im Jahr 2006 schon  hätte Ministerin  Emilia Müller  dem VHG aus Anlass zu dessen zehnjährigen Jubiläums als anerkannte UNESCO – Projektschule persönlich die Ehre gegeben  und tue dies heute wiederum.

Wie gewohnt am VHG  war es  das Orchester unter Leitung von Oberstudienrätin Doris Köppel,  das musikalisch – dieses Mal mit dem temperamentvollen „St. Petersburger Marsch“ –   das Festprogramm einleitete. Nach  der  beeindruckenden szenischen Einblendung einer dem Erdteil Europa seine Unsterblichkeit prophezeiende Sage aus der griechischen Mythologie,  begann Helmut Dietl seine Einführungsrede mit der Feststellung, dass sich die Völker in Europa, Gott sei Dank, der gemeinsamen Wurzeln, die auf die antiken Hochkulturen der Griechen und Römer zurückgingen, besinnen und Europa und die Europäische Union für die Menschen zugleich Kulturraum, Lebensraum und Wertegemeinschaft sei. 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs gelte das Leitmotiv der friedlichen Revolution „Wir sind ein Volk!“ auch für ganz Europa und er verwies auf den Franzosen Jean Monnet, der als einer der Gründerväter der Europäischen Gemeinschaften bereits vor 50 Jahren den Satz prägte: „Europa einigen heißt Frieden stiften“. Diesen Gedanken unserer heutigen Jugend zu vermitteln und durch eine vernetzte internationale Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft und Kultur zur weiteren Friedenssicherung in Europa beizutragen, gehöre zu einer der Hauptaufgaben im Bildungsbereich. Die Aussage von Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle „Wer den Einigungsprozess in Europa voranbringen wolle, müsse die Mobilität von Lernenden und Lehrenden fördern“, weise genau in diese Richtung.

Als anerkannte UNESCO – Projektschule, so der Schulleiter weiter, fühle sich das Veit – Höser - Gymnasium in besonderer Weise den Gedanken eines geeinten und friedlichen Europas verbunden. Eingebunden in ein Netzwerk orientieren die UNESCO-Projektschulen ihr Schulleben innerhalb und außerhalb des Unterrichts in besonderer Weise an den Ideen der internationalen Völkerverständigung und des interkulturellen Lernens. Mit der heutigen  Verleihung der Europa–Urkunde  werde das langjährige Bemühen belohnt, sowohl im Unterricht in vielen Fächern den Europagedanken zu vermitteln wie mit umfangreichen schulischen Aktivitäten weit darüber hinaus bei unseren Schülerinnen  und  Schülern  ein europäisches Bewusstsein reifen zu lassen. Einen Einblick in dieses in vielen Jahren entwickelte nachhaltige europäische Schulprofil erhielten  die Festgäste an den zahlreichen Ausstellungswänden mit den vielfältigen Aktivitäten, die in die  erfolgreiche Bewerbung für die Europa- Urkunde eingearbeitet waren. Beeindruckend aufgemacht darin Informationen über Schüleraustausch und Studienfahrten, über die Teilnahme am europäischen Schülerparlament im holländischen Kerkrade,  die sozialen UNESCO – Projekte, die Mitwirkung am europäischen Bildungsprojekt COMENIUS sowie die jährliche erfolgreiche Teilnahme am europäischen Kunstwettbewerb. Auch in der  neuen Eltern- und Schülerinitiative „Arta Amicitia“ werde eine enge Verbindung mit der tschechischen und slowakischen Republik aufgebaut und in Kürze erhalte das VHG zum vierten Mal hintereinander das Prädikat „Umweltschule in Europa – internationale Agende-21 Schule“.

Ein herzliches Dankeschön richtete Schulleiter Dietl vor der namentlichen Begrüßung der weiteren Ehrengäste  an Landrat Alfred Reisinger für dessen große Unterstützung, denn „Der  Landkreis Straubing Bogen  als Sachaufwandsträger investiert jährlich große Summen, um beste Lern- und Arbeitsbedingungen für Schüler und Lehrer an unserer Schule zu bieten“. Und gewandt an Bogens ersten Bürgermeister und Bezirkstagsvizepräsident   Franz Schedlbauer  erinnerte er an  die große   Unterstützung der Schulpartnerschaften. Als Grußwortredner verwies der Landrat darauf, dass das VHG das einzige und erste  Gymnasium in Niederbayern sei, das diese erstmals im Jahr 2008 und nur einmal pro Jahr in Niederbayern  vergebene Europa – Urkunde bekäme. „Wenn man das breit gefächerte Schulgeschehen des Bogener Gymnasiums kennt, kann man nur sagen: Ihr habt diese Auszeichnung verdient“. Er freue sich  jedes Mal darüber, dass Gastschülerinnen und –schüler im Rahmen ihres Aufenthaltes in Bogen auch das Landratsamt in Straubing besuchten und damit die Verbindung mit dem Landkreis pflegten. Seinen Glückwünschen schloss sich Bürgermeister Schedlbauer an. Die Stadt, die ja bereits vor einigen Jahren mit der Europafahne ausgezeichnet wurde, strebe  nun  die Fertigstellung des  Europaparks an. „Das darin für 400 Gäste vorgesehenen Atrium steht dann natürlich der VHG - Schulfamilie für ihre Völker verständigenden  Veranstaltungen zur Verfügung.

Dann war es die Staatsministerin, die sich mit ihrer Laudatio zu Wort meldete und das recht heiter gestimmt und locker  tat.  Schon lange nicht mehr hätte sie eine so flotte musikalische Überleitung zu ihren Ausführungen erlebt, wie das gerade durch die beschwingte Tritsch-Tratsch-Polka des Orchesters geschah, sagte sie. Sie stellte die  Europa-Urkunde als eine Auszeichnung vor, die es ermögliche, die qualitativ hochwertigen europäischen  Aktivitäten unserer bayerischen Schulen an die Öffentlichkeit zu bringen. Es sei ihr ein spezielles Anliegen, den Lehrkräften zu danken, die sich für die europäische Idee einsetzten und die Schüler dafür begeisterten.  Beiden Seiten gelte ihr großes Kompliment.
Exemplarisch wolle sie einige der Projekte, die zur Qualifizierung dieser Urkunde führten, aufführen. Darunter wäre der Schüleraustausch als ein wichtiger Pluspunkt. Egal ob mit Frankreich, Italien, Ungarn oder sogar weit über die Grenzen Europas hinaus mit Australien pflege das VHG intensive Schulpartnerschaften. Um komplexe Verfahrensabläufe der Europapolitik zu verstehen, nähme das Bogener Gymnasium am „Model European Parliament“ teil, wobei die Schüler in die Rolle von europäischen Abgeordneten schlüpfen und in der englischen Sprache verschiedene Gesetzesentwürfe diskutierten und ausarbeiteten. Künstlerische Beiträge zum Rahmenthema des europäischen Wettbewerbs „Ideen für Europa“, die Einbindung in das europäische Bildungsprojekt COMENIUS, der seit 1996 verliehene Status einer anerkannten „UNESCO – Projekt – Schule“ mit zahlreichen sozialen Aktivitäten und die bisher dreimalige Auszeichnung als „Umweltschule in Europa“ komplettierten das Bild des VHG als eine Schule mit Vorbildfunktion. „Mit der Verleihung der Europa- Urkunde“ ehre ich die gesamte Schulfamilie für den Aufbau dieses europäischen Schulprofils“.

Mit ihrem sehr professionell gestalteten Live – Interview verwickelten anschießend Alexandra Kranz und Claudia Wittl (Q12) sowie Tatjana Kranz und Arne Simmich (K13)  die Ministerin mit ihren Fragen in ein lebhaftes Gespräch. Und dabei kam sogar heraus, dass Emilia Müller damals, als das Zusammenwachsen europäischer Staaten erst ganz am Anfang stand und Grenzkontrollen üblich waren,  einen echt „italienischen  Gastarbeiter“ aus Südtirol heiratete und ihrem Sohn nur die  italienische Staatsangehörigkeit des Vaters bescheinigt wurde. „Alles vergangene Schwierigkeiten, die heute Geschichte sind“.

Bevor ganz zum Schluss unter der Leitung von StRin Annabelle Junker eine große Tanzgruppe mit Schülerinnen aus verschiedenen Jahrgangsstufen hereinwirbelten und sich temporeich präsentierten, oblag es Schulleiter Dietl Worte des Dankes an alle an diesem harmonischen Festakt Beteiligten zu richten. An seine Schülerinnen und Schüler richtete er den Appell,  sich durch eine gute Ausbildung, durch Leistungsbereitschaft und kreative Ideen weiter daran zu beteiligen, Europa voran zu bringen und damit dazu beizutragen, den Frieden in Europa zu sichern und  die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten und zu verbessern.  Für die Jugend von heute und die Gestalter von morgen gelte das Zitat des ersten Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer: „Die Einheit Europas war ein Traum weniger. Sie wurde eine Hoffnung für viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für alle!“.

Und Erinnerungsgeschenke an diesen denkwürdigen Tag  gab es schließlich auch: Emilia Müller bekam den erst kürzlich von Kreisheimatpfleger  Hans Neueder heraus gegebenen Bildband „Die barocken Fresken in der Klosterkirche Oberalteich“ und dazu neben einem prächtigen Blumenstrauß das VHG – Schulhaferl. Landrat und Bürgermeister gingen auch nicht leer aus: Für sie gab es ein dickes Geheft mit  sämtlichen an das Verleihungsgremium gerichteten Bewerbungsunterlagen. Ein Stehempfang, alkoholfrei mit Orangensaft und leckeren Häppchen, rundete dieses großartige Ereignis ab. 

Bericht von Frau Dorothea Wolf (dw) in der Bogener Zeitung am 14.10.2010

 

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