VerHaltensGrundsätze

„Kinder brauchen zum Leben nicht nur intellektuelles Wissen, sondern auch Orientierung über Sinn und Ziel ihres Lebens (….) Jeder Mensch hat bestimmte Vorstellungen von einem glücklichen und erfüllten Leben. Deshalb sind für jeden bestimmte Werte wichtiger als andere. An welchen Werten oder Grundsätzen glaubst du, musst du dich orientieren, damit dein Leben gelingt?/ bzw. Welche Werte oder Grundsätze möchten Sie Ihrem Sohn / Ihrer Tochter / Ihren Schülern mitgeben, um zum Gelingen ihres Lebens beizutragen?“

So lautete die Frage, mit welcher sich die Klassensprecher, Mitglieder des Elternbeirates und Lehrer im November letzten Schuljahres auseinandersetzten. Und die Antwort auf diese Frage war (überraschend oder vielleicht ja auch nicht) ziemlich gleichlautend:

Die häufigste Antwort lautete: Achtung des Anderen, Menschenwürde, Toleranz, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Selbstannahme und Lebensfreude.

Wir (das heißt, wir Eltern und Lehrer) hätten uns dann natürlich voll Selbstzufriedenheit gegenseitig auf die Schultern klopfen können, weil wir in unserer Werteerziehung schon so gut vorwärts gekommen sind und unsere Kinder / Schüler schon „unsere“ Werte als lebenswert erkannt haben.. Wir wollten aber vielmehr in der begonnenen Richtung weitergehen und in Windberg an der Praxis weiterarbeiten, die nicht immer so perfekt aussieht.

Bilder vom Workshop in Windberg:

Deshalb beschäftigten wir uns im Rahmen des SMV-/Unesco-/ amnesty-Seminars vom 31. Januar bis zum 2. Februar 2008 mit der möglichen konkreten Umsetzung dieser Werte in unseren Schulalltag. So regte Brigitte Sommer als Verbindungslehrerin die Schüler beispielsweise in einem Teil des Kurses dazu an, sich mit sich selbst zu beschäftigen und der Frage nachzugehen, was die eigene Person so „wert“-voll macht. Spielerisch wurde in anderen Gruppen, die die Schüler nach dem Prinzip eines Zirkeltrainings durchliefen, das Zusammengehörigkeitsgefühl einer Gruppe getestet oder in Rollen verschiedene „Außenseiter-Erfahrungen“ nachempfunden. Auch ein Lehrerkollege aus dem Fachbereich Wirtschaft begleitete uns und sensibilisierte die Schüler für das Thema „Werte in der Wirtschaft“.

Anschließend versuchten wir ganz konkret eine Möglichkeit zu finden, wie die erarbeiteten Werte an unserer Schule noch besser umgesetzt werden können, das heißt, uns zu fragen: In welchen Punkten ist unser bestehender Verhaltensvertrag noch aktuell, was muss überarbeitet oder eventuell sogar gestrichen oder neu aufgenommen werden.

Wir waren ja in der glücklichen Lage, auf der Basis des seit dem Jahr 2003 bestehenden Verhaltensvertrages zu arbeiten, doch hatten die Schüler kritisch erkannt, dass dieser Vertrag stärker ins tägliche Bewusstsein des Schulalltags gerückt werden muss. Wie könnte dies nun geschehen? Nach einer hitzigen Arbeitsphase in Kleingruppen einigte sich das Plenum auf folgende Eckpunkte:

Vier „VerHaltensGrundsätze“ können als Basis unseres gemeinsamen Arbeitens am VHG verstanden werden:

1. Die Achtung vor dem Anderen und der gegenseitige Respekt aller am Schulleben Beteiligten sind Grundvoraussetzung und Basis eines harmonischen und produktiven Schullebens.

Das heißt für uns konkret, dass:…

2. Die Klassengemeinschaft zeichnet sich - auch außerhalb des Unterrichts – durch Zusammenhalt und höflichen Umgang miteinander aus. Wir unterstützen uns wo es geht.

Das heißt für uns konkret, dass:…

3. Alle Mitglieder der Schulfamilie können durch menschliches Miteinander die Freude am Lernen, Lehren und Leben verbessern. Wir akzeptieren die Individualität unserer Mitmenschen und haben auch den Mut, uns aktiv für Schwächere und die Einhaltung unserer VerHaltensGrundsätze einzusetzen.

Das heißt für uns konkret, dass:…

4. Wir tragen nicht nur Verantwortung für uns und unsere Mitschüler, sondern auch für das Schulgelände und die Umwelt.

Das heißt für uns konkret, dass:…
Die vier VerHaltensGrundsätze bieten bewusst Raum für Interpretation und ausführliche Diskussionen in der Klassengemeinschaft. Um diese vielleicht etwas abstrakt klingenden Sätze zu veranschaulichen, werden sich die Klassenstufen sechs mit elf zweimal im Schuljahr, in den unteren Stufen mit tatkräftiger Unterstützung aus unserem „Werteteam“, zusammensetzen und an Beispielen definieren, was dies konkret für ihren Schulalltag bedeuten kann. In Plakaten sollen diese „lebenswerten“ und in den Schulalltag übertragenen VerHaltensGrundsätze an der Klassenzimmerwand vor Augen bleiben.

Für die fünften Klassen, die diese Werte mit ihren Klassleitern erarbeiten werden, wobei in dieser Stufe das Gewicht vermehrt auf den Aspekt des Zusammenhalts der neu wachsenden Gemeinschaft gelegt werden wird, haben Schüler sogar ein Gedicht verfasst:

Was wünscht sich der Lehrer,

was wünschen auch wir?

Aus was entsteht Liebe,

und was dient auch Dir?

Es ist die Achtung und der Respekt,

damit wird Freude am Leben geweckt.

Es ist nicht schwer, los probier`s aus!

Schau immer hin, komm aus Dir raus!

Läuft was verkehrt,

springt Dir Unrecht entgegen,

schreite gleich ein, sei nicht verlegen!

Ist jemand anders,

versuch`s zu verstehen,

auch das wird klappen,

du wirst schon sehen.

In diesem Sinne kann ich unserem Vorhaben nur das beste Gelingen wünschen und mich bei allen Lehrern und Schülern bedanken, die bei der Entstehung der VerHaltensGrundsätze engagiert mitgewirkt haben. Auch den Lehrern und Schülern, die mit dem bisherigen Verhaltensvertrag die Basis für unsere Arbeit gelegt haben, möchte ich danken.

Abschließend möchte nun an uns alle, Eltern, Lehrer und Schüler appellieren, unsere VerHaltensGrundsätze mit Leben zu füllen, denn sie sind es wert.


(Die Verbindungslehrer)

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