Gymnasialpreis Nachwachsende Rohstoffe 2017: Erneute Ehrungen für hervorragende W-Seminararbeiten!

29Jun2017

 

Die Stiftung Nachwachsende Rohstoffe in Straubing zeichnet seit dem Jahr 2006 den Gymnasialpreis für die besten Seminararbeiten im Bereich nachwachsende Rohstoffe aus. Schülerinnen und Schüler der Oberstufe des Veit-Höser-Gymnasiums beteiligten sich seit dieser Zeit jährlich mit diversen Themenstellungen an diesem zukunftsweisenden Wettbewerb und sie erzielten dabei immer herausragende Platzierungen. Mit jeweils Platz 1 für Marie Wirth, den beiden 2. Plätzen von Charlotte Heusinger und Timm Holzner und dem dritten Platz von Thomas Neidl sind die Schüler des VHG auch in diesem Jahr wieder äußerst erfolgreich. Für die in den Fachberiechen Chemie und Physik angefertigten Seminararbeiten wurden die diesjährigen Abiturienten und der 10-Klässler Timm Holzner des Veit-Höser-Gymnasiums in den Räumen der Volksbank Straubing am Donnerstag, den 29. Juni 2017, im Rahmen einer Festveranstaltung ausgezeichnet.

 

Im Rahmen des W-Seminars „Alltagschemie – chemische Phänomene im Alltag“ fertigte der Schüler Thomas Neidl (Q12) seine Seminararbeit mit dem Thema „Bioethanol – Teller oder Tank? an. Hierbei wurden sowohl technische, biologische und chemische als auch physikalische, ökologische und ökonomische Aspekte aufgegriffen und dabei der Aspekt nachwachsende Rohstoffe ausführlich beleuchtet. Die theoretischen Grundlagen bearbeitete der Schüler auf ordentliche Art und Weise, wobei Fachbegriffe verwendet wurden. Das Thema der W-Seminararbeit stellte der Schüler auf abwechslungsreiche und interessante Weise dar, so dass der Leser einen ordentlichen Einblick bekommt. Die Thematik „nachwachsende Rohstoffe“ durchzieht die vorliegende Seminararbeit wie ein roter Faden. So wurde der nachwachsende Rohstoff Bioethanol im Theorieteil vielfältig charakterisiert und auf die Teller-Tank-Problematik intensiv eingegangen. 

Der experimentelle Teil dieser W-Seminararbeit umfasst vielfältige Gesichtspunkte. In Eigeninitiative und Selbsttätigkeit entstand ein zufriedenstellender Praxisteil, wobei Thomas Neidl das Thema „Bioethanol …“ selbst wählte und auf vielfältige Weise beleuchtete. Das Hauptziel, Bioethanol selbst herzustellen, konnte realisiert werden. Die experimentell ermittelten Ergebnisse wurde i.d.R. durchdacht und anschaulich dargestellt, wobei Fachkenntnisse auf einem zufriedenstellenden naturwissenschaftlichen Niveau angewendet und nachvollziehbar erläutert wurden.

Diese Seminararbeit zeigte eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Alternative zum herkömmlichen Kraftstoff auf.

 

Marie Wirth (Q12) stellte einen regionalen Bezug ihrer Heimat Hunderdorf zu der aktuellen Diskussion auf dem Gebiet erneuerbarer Energien her. Im Rahmen ihrer W-Seminararbeit „Autarkie auch in klein?“ im Fachbereich Physik wurden im Theorieteil Fakten bezüglich eines Energienutzungsplans sowie regenerative Energieformen dargestellt. Im Praxisteil entwarf die Schülerin anschließend in Eigenregie einen gekürzten Energienutzungsplan für die Gemeinde Hunderdorf aus dem Landkreis Straubing-Bogen. Ziel dieses Vorhabens war es herauszufinden, ob es für den Ort Hunderdorf möglich wäre/ist, energieautark zu werden. Dabei wurde der (momentane) Ist-Zustand der Gemeinde recherchiert und übersichtlich präsentiert, ein Konzept für eine mögliche regenerative Energieversorgung erstellt und dieses nachträglich kritisch bewertet. Als Ergebnis ergab sich zwar keine vollständige Autarkie, aber durchaus Potenziale für eine überwiegend regenerative Energieversorgung. Zur Veranschaulichung erstellte die Schülerin ein detailliertes Reliefmodell der Gemeinde Hunderdorf mit den im Konzept erarbeiteten Maßnahmen. Mit dieser sehr anschaulichen und praxisnahen Jugend forscht Arbeit wurde die Schülerin mit dem 3. Platz im Fachbereich Arbeitswelt beim Regionalwettbewerb geehrt.

 

Ein Grundpfeiler zur Lösung der energietechnischen Herausforderungen dieses Jahrhunderts ist die Steigerung der Energieeffizienz. Hierbei kommt der Problematik der Wärmedämmung eine besondere Bedeutung zu. Zur Beurteilung der Güte geeigneter Dämmmaterialien sind neben der Wärmeleitzahl des Dämmstoffes auch Aspekte wie Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit, Kosten, Brennbarkeit und vieles mehr zu berücksichtigen. Charlotte Heusinger (Q12) hat sich im Rahmen des W-Seminars „Energiemix“ im Fachbereich Physik in ihrer Seminararbeit mit dem Thema „Im Winter warm, im Sommer kühl: Dämmstoffe“ auf vielfältige Weise mit oben genannte Aspekten auseinandergesetzt und auf Grundlage ihrer Ergebnisse einen kritischen Vergleich zwischen Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen und synthetischen und mineralischen Dämmstoffen vorgenommen. Im Theorieteil wurde zunächst eine Klassifizierung in Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen und synthetischen und mineralischen Dämmstoffe durchgeführt. Hierbei erfolgte bereits eine erste kritische Gegenüberstellung unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit der einzelnen Dämmstoffe. Die theoretischen Grundlagen bearbeitete die Schülerin sehr ordentlich, wobei Fachbegriffe  sicher und konsequent eingebaut wurden. Die Erläuterungen im Theorieteil wiesen an vielen Stellen einen lebensnahen und gesellschaftlichen Alltagsbezug auf. Die Thematik „nachwachsende Rohstoffe“ wurde in der umfangreichen Seminararbeit besonders im Hinblick auf Dämmstoffe auf pflanzlicher Basis immer wieder aufgegriffen. Im experimentellen Teil der vorliegenden Seminararbeit hat Frau Heusinger eigenaktiv und selbstständig die Wärmeleitfähigkeit von Dämmstoffen in Abhängigkeit verschiedener Parameter untersucht. Die Planung und Durchführung der Experimente wurde umfassend dokumentiert und die Ergebnisse ausgewertet, anschaulich dargestellt und auf fachlich hohem Niveau interpretiert. Der gelungene Praxisteil wurde unter dem Aspekt nachwachsende Rohstoffe und mit den entsprechenden theoretischen Hintergründen zu einer schlüssigen Seminararbeit zusammengefügt. Charlotte Heusinger  verstand es, physikalische und ökologische Gesichtspunkte bezüglich Dämmstoffen  miteinander zu verknüpfen  und konnte so nachvollziehbar belegen, dass Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen auf  vielen Gebieten Vorteile gegenüber herkömmlichen Dämmstoffen aufweisen.

 

Timm Holzner (Klasse 10b) fertigte die vorliegende Arbeit mit dem Thema Wie Latex läuft, schützt und hüpft“ aus eigenem Interesse an. Hierbei wurden sowohl technische, biologische und chemische als auch physikalische, ökologische und ökonomische Aspekte aufgegriffen und dabei der Aspekt nachwachsende Rohstoffe ausführlich beleuchtet.

Die theoretischen Grundlagen bearbeitete der Schüler auf sehr erfreuliche Art und Weise, wobei Fachbegriffe sehr sicher und konsequent verwendet wurden. Das Thema stellte der Schüler auf abwechslungsreiche und interessante Weise dar, so dass der Leser einen hervorragenden Einblick bekommt. Die Thematik „nachwachsende Rohstoffe“ durchzieht die vorliegende Arbeit wie ein roter Faden. So wurden die Aspekte Latexextraktion, Prozess der Koagulation und Vulkanisation näher charakterisiert.

Der experimentelle Teil umfasste vielfältige Gesichtspunkte. In einem Höchstmaß an Eigeninitiative und Selbsttätigkeit - weit über den fachlichen Unterricht hinaus - entstand ein ausgezeichneter Praxisteil, wobei Timm Holzner das Thema „Wie Latex läuft, schützt und hüpft“ selbst wählte und auf vielfältige Weise beleuchtete. Die Hauptziele, Latex aus Immergrün, Gummibäumen und Euphorbien zu extrahieren, anschließend Latexprodukte herzustellen und abschließende physikalische Untersuchungen durchzuführen, wurden dabei in ausgezeichneter praktischer Vorgehensweise realisiert. Die erhaltenen Latexprodukte, wie z.B. Autoreifen, Kondome, Handschuhe, Gummiball, Radiergummi … wurden in einem Koffer zusammengestellt. In zahlreichen Experimentreihen wurde dann untersucht, wie viel Kraft zum Zerreißen des Latexstreifens nötig ist bzw. wie hoch der selbst synthetisierte Gummiball springt. Diese hervorragende Arbeit zeigte hierbei eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Alternative zu synthetisch hergestellten Latex auf. Die experimentell ermittelten Ergebnisse wurden mit großer Sorgfalt und Anschaulichkeit dargestellt, wobei Fachkenntnisse auf einem sehr guten sprachlichen und naturwissenschaftlichen sehr hohen Niveau angewendet und immer nachvollziehbar erläutert wurden. Timm Holzner (10b) wurde für seine Teilnehme am Regionalwettbewerb Jugend forscht in Passau mit einem Sonderpreis im Fachbereich Chemie ausgezeichnet.

 

Betreuungslehrer im Fachbereich Physik war Herr StD Dirk Hoffmann, im Fachbereich Chemie Herr OStR Wilhelm Gasparics.

 

Das Veit-Höser-Gymnasium ist sehr stolz auf seine Preisträger und gratuliert ihnen sehr herzlich zu den hervorragenden Arbeiten und zu den damit erzielten Auszeichnungen. Auch in den nächsten Jahren soll Schülern die Möglichkeit gegeben werden, sich aktiv, vielfältig und tiefgründig mit dem Thema nachwachsende Rohstoffe auseinander zu setzten. So ist auch für die kommenden Jahre eine Beteiligung des VHG am Gymnasialwettbewerb nachwachsende Rohstoffe geplant

.