Auf hohem Niveau: VHG-Kammerkonzert in Oberalteich

29Jun2017

35 Musikstücke unterschiedlichster Art! Wenn dies kein Zeugnis für die Leistungsfähigkeit der Schüler im Fach Musik des Veit-Höser-Gymnasiums ist! Unter der Leitung der Musiklehrerin Miriam Liebl in Zusammenarbeit mit den Lehrkräften Doris Köppel und Herbert Hutterer stellten die Jugendlichen bei ihrem Kammerkonzert in Oberalteich ein Programm auf die Beine, das nicht nur für jeden Geschmack etwas bot, sondern vielmehr auch in puncto musikalischer Qualität der Darbietungen überzeugte. Keineswegs waren die Musikstücke auf einfacher Ebene angesiedelt: Sie stellten an das instrumentale und gesangliche Können hohe Ansprüche. Ansprüche, welche die Schüler auf hohem Niveau erfüllten. Johann Sebastian Bach stand mit seinem Menuett BWV Anh. 114 gleich zweimal im Fokus: Das erste Mal in der (fast) Originalversion für Klavier solo (ursprünglich, seiner Zeit gemäß, für Cembalo geschrieben), das zweite Mal in einer sehr schönen Bearbeitung für Klavier und Cello. Daneben standen ein Song von Adele, „Rolling in the Deep“, dargeboten von der Girlie-Band, der bekannte „Scheidungs-Hit“ „Ham kummst“, „Eye of the Tiger“ mit Gitarre und Gesang, „König der Löwen“, „Die Lochis“ eine voll gelungene Parodie auf Justin Bibers „Love yourself“, fabelhaft gesungen von einer jungen Sängerin. Eine Steirische war vertreten, ebenso wie ein Akkordeon mit zwei anspruchsvollen Sonatinen des Beethoven-Schülers Clementi. Beethoven selbst war natürlich auch vertreten mit dem Schlusschor seiner 9. Sinfonie „Ode an die Freude“, in der Bearbeitung für zwei Celli und Klavier. Mozarts „Kegelduett“ KV 487 auf zwei Klarinetten war ein weiteres Highlight, ebenso wie Felix Mendelssohn-Bartholdys „Lied ohne Worte“. Sehr sauber auf der Gitarre gespielt: „Pegao“. Erfreulich häufig waren Klavierstücke zu hören. Alle Pianisten hatten gemeinsam: sinnvolle Phrasierungen, auch schnelle Tempi mit sehr reinem Anschlag gespielt und gut ausgefeilte dynamische Kontraste! Die Eurovisions-Melodie, das Prelude aus Charpentiers „Te Deum“ zeigte den hohen Standard des Bläser-Ensembles. Besonders gefiel auch ein zeitgenössisches Stück „River flows in you“ von Yiruma. Natürlich können an dieser Stelle nicht alle 35 Stücke des Abends besprochen werden, die genannten stellen nur eine Auswahl dar, aus der auf keinem Fall der Schluss gezogen werden darf, die nicht erwähnten Darbietungen seien weniger gut gewesen! Wer aus seiner vielleicht schon länger zurückliegenden Schulzeit immer noch der Meinung ist, Lehrer hätten keinen Humor, wurde mit der „Tritsch-Tratsch-Polka“ von Johann Strauß, sechshändig auf dem Flügel gespielt von Miriam Liebl, Doris Köppel und als „Hahn im Korb“ am Flügel in der Mitte sitzend, Herbert Hutterer, eines Besseren belehrt. Die Zeiten haben sich zum Glück geändert! Trotz aller erforderlichen Disziplin beim Erlernen von Instrumenten, am Veit-Höser-Gymnasium wird den Schülern das Können und das Wissen in einer Weise gelehrt, bei der der Spaß und die Freude erhalten bleiben. Schulleiter Helmut Dietl erwähnte eingangs die Wichtigkeit der Musik im Allgemeinen, der Schulmusik im Besonderen. Die Beschäftigung mit Musik wirke sich, dies sei wissenschaftlich bewiesen, positiv auf viele andere Schulfächer aus! (Artikel von Theodor Auer in der Bogener Zeitung vom 1. Juli 2017)