Alles abgeräumt! Gold, Silber und Bronze im Fachbereich Chemie – Sonderpreise, Schulpreis und Preis für Talentförderung beim Regionalwettbewerb Jugend forscht in Passau

04Mär2018

Beim diesjährigen Regionalwettbewerb Jugend forscht in Passau gab es sehr große Erfolge für das Veit-Höser-Gymnasium in Bogen zu feiern. Mit zwei Sonderpreisen, einem 2. Platz in Physik den ersten drei Plätzen im Fachbereich Chemie, einem Schulpreis und einem Preis für die Talentförderung wurde das erfolgreichste Abschneiden bei Jugend forscht gefeiert. Am Freitag, den 02. März 2018, fand die Prämierung der besten Forschungsarbeiten an der Universität in Passau statt. 225 Schülerinnen und Schüler aus ganz Niederbayern nahmen mit 126 einfallsreichen Projekten an diesem (natur-)wissenschaftlichen Wettbewerb teil und präsentierten ihre Projekte aus den Bereichen Arbeitswelt, Mathematik, Informatik, Technik, Biologie, Chemie und Physik einer Jury und einem breiten Publikum.

Daniel Wirth (Q12) setzte sich in seiner Arbeit „Biogas – Aus Mist mach Strom“ vielfältig und intensiv mit der Thematik Biogas auseinander. Im Rahmen seiner Jugend forscht Arbeit im Fachbereich Chemie baute er eine optimierte Biogasanlage mit Rührwerk und Thermostat. Anschließend wurde mit Hilfe dieser technischen Anlage das zuzuführende Substrat, so z.B. Gras, Mais oder Mist solange variiert, bis eine optimale Substratmischung gefunden wurde. Des Weiteren wurde eine App erstellt, welche anlagenspezifische Berechnungen zu Biogasanlagen durchführt. Bei dieser App wird die Menge und Art an verfügbarem Substrat eingegeben, so dass dann die theoretische Methan- und Energieausbeute, die elektrische Leistung und das Bruttofermentervolumen berechnet und angegeben wird. Diese App ist eine Orientierungshilfe z.B. für Landwirte, die überlegen, eine Biogasanlage zu bauen, aber keine Vorstellung von der eventuellen Dimensionierung der Anlage haben. Nachdem Daniel Wirth die App konzipierte, bot er diese in google playstore an. So wurde eine Firma darauf aufmerksam, stufte diese als hervorragend ein und erwarb daraufhin eine Nutzungsberechtigung von dem Q12 Schüler des VHG. Für seine ausgezeichnete Arbeit wurde Daniel Wirth mit dem 1. Platz im Fachbereich Chemie und mit dem Sonderpreis Umwelttechnik ausgezeichnet. Auch zukünftig wird sich der naturwissenschaftlich sehr interessierte Schüler Daniel Wirth weiter mit Biogas, Naturwissenschaften und Landwirtschaft beschäftigen, denn nach seinem Abitur möchte er Agrarwissenschaften in Weihenstephan studieren.   

Maximilian Lukas Huber (Q12) befasste sich in seiner Arbeit „Vom Loch im Zahn zur Füllung - Chemie für ein "erfülltes" Leben“ umfassend und vielfältig mit der Thematik „Zahn“.  Auf theoretischer Basis stellte er die chemischen Vorgängen bei der Kariesbildung, unter anderem mit der anaeroben Glykolyse des Hauptkariesverursachers, dem Bakterium Streptococcus mutans dar. Des Weiteren wurden einige zahnmedizinisch bedeutsame Restaurierungsstoffe wie Komposite, Zemente und Inlays näher charakterisiert. Gestützt wurden die theoretischen Erkenntnisse durch eine Reihe praktischer Versuche, wie z.B. das Demineralisieren von menschlichen Zähnen mit verschiedenen Säure-Lösungen "des Alltags" im Vergleich zu Milchsäure-Läsionen. Ebenso wurden im Praxisteil verschiedene Zinkphosphatzement-Mischungen hergestellt. Diese konnten dann in Kooperation mit der TH Deggendorf auf ihre Druckfestigkeit mithilfe eines Ort-Kraft-Diagramms im Vergleich zu konventionellen Unterfüllungszementen der Zahnmedizin, wie Hoffmann's Cement, geprüft werden. Mit dem erarbeiteten Wissen wurden echte Zahnpräparate in einer Zahnarztpraxis mit verschiedenen Füllungsarten angefertigt, unter anderem mit einem Zirkonium-Inlay aus dem Zahntechnik-Labor Schmidt in Bogen. Maximilian Lukas Huber wurde mit dieser sehr anschaulichen und lebensnahen Jugend forscht Arbeit mit dem sehr erfreulichen 2. Platz im Fachbereich Chemie beim Regionalwettbewerb geehrt. 

Florian Winklmeier (Q12) beschäftigte sich in seiner Jugend forscht Arbeit „Rote Farbe in Kunst und Chemie“ intensiv mit den beiden faszinierenden Gebieten Kunst und Chemie.
Im Mittelpunkt seiner Untersuchungen stand dabei rote Malfarbe, wobei der Fokus vor allem auf chemische und physikalische Aspekte gesetzt wurde. Im Theorieteil erläuterte der Schüler sehr ausführlich die Farbstofftheorie bzw. das Phänomen der Farbigkeit. Im Praxisteil wurden verschiedene Farbmittel, u.a. durch Extraktion und Fällung und deren chemische Eigenschaften, wie z.B. Säurebeständigkeit untersucht. Mit der eigenen roten Malerfarbe wurden dann verschiedene künstlerische Anwendungen realisiert, so z.B. ein Linolschnittdruck. Für seine sehr anschauliche Arbeit im künstlerisch-naturwissenschaftlichen Bereich wurde Florian Winklmeier mit dem sehr erfreulichen 3. Platz im Fachbereich Chemie beim Regionalwettbewerb ausgezeichnet.  

Amelie Regl (Q12) setze sich in ihrer Arbeit „Ein Laut, der durch Mark und Bein dringt - Physikalische Untersuchung eines Tons“ intensiv mit der Thematik Töne auseinander. In ihrer Jugend forscht Arbeit zeigte die Schülerin die zerstörerische Wirkung von Schall in der Realität auf. Dabei wurden eigene Erkenntnisse mit gleichartigen Filmdarstellungen verglichen.  Amelie Regl stellte im Theorieteil das Bündelungsverhalten von Schallwellen, die Einflussfaktoren auf die Zerstörungswirkung sowie die Eigenresonanz von Körpern als Grundlage dar. Im Rahmen ihres Praxisteils wurde auf den Nachweis der Eigenresonanz eines Körpers anhand von Gläsern eingegangen. Mit dieser Jugend forscht Arbeit wurde die Schülerin Amelie Regl mit dem hervorragenden 2. Platz im Fachbereich Physik ausgezeichnet.  

Valentin Schick (Q12) fertigte im Fachbereich Physik die Arbeit mit dem Thema „Schweben wie auf der ISS – Durch Magnetismus auch auf der Erde möglich oder „Mission Impossible“? an. Grundlage der Untersuchungen war eine Szene aus „Mission Impossible: Ghost Protocol“, in der ein Agent in einem Kettenhemd gekleidet über einem Roboter, der ein Magnetfeld erzeugt, in circa einem Meter Höhe schwebt. Im Rahmen der Jugend forscht Arbeit wurde ein vergleichbarer Aufbau, ein elektronischer Schaltkreis mit einer Spule, die als Elektromagnet eine Magnetkugel stabil schweben lässt, umgesetzt. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse wurden die physikalische und technische Durchführbarkeit der oben geschilderten Filmszene zunächst kritisch beurteilt. Der Schaltkreis, trotz seines vergleichsweise einfachen Aufbaus, ermöglicht es, die Magnetkugel relativ stabil schweben zu lassen. Diese Untersuchungen bzw. Technik lassen sich im Alltag, so z.B. bei der Magnetschwebebahn Transrapid wiederfinden. Für seine technisch und physikalisch anspruchsvolle Arbeit wurde der Schüler Valentin Schick mit dem Sonderpreis der Stadt Passau geehrt.

Zudem wurde das Veit-Höser-Gymnasium in diesem Jahr für die Förderung von Talenten im naturwissenschaftlichen Bereich mit einem Schulpreis und einem Betreuungspreis geehrt.

Seit dem Schuljahr 2007/2008 können naturwissenschaftlich interessierte Schülerinnen und Schüler ihrem Forscherdrang nachgehen und sie werden im Rahmen des Wahlkurses Jugend forscht in ihrer Arbeit vielseitig und intensiv gefördert. Dort haben interessierte Schüler die Möglichkeit, eigene Projekte zu entwickeln und sich weiterhin mit Begeisterung der Untersuchung von wissenschaftlich Unbekanntem zu widmen.

Die individuelle Förderung besonders begabter Schüler über den Fachunterricht hinaus stellt einen wichtigen Bestandteil der naturwissenschaftlichen Ausbildung am Veit-Höser-Gymnasium dar.

Für den anstehenden Landeswettbewerb vom 19.3. – 22.3.2018 in München wünschen wir dem Regionalsieger Daniel Wirth alles erdenklich Gute und viel Erfolg.

Wilhelm Gasparics

Jugend forscht - Team des VHG

Daniel Wirth (Q12): Biogas

Maximilian Huber (Q12): Zahnfüllstoffe ...

Florian Winklmeier (Q12): Malerfarbe rot

Amelie Regl (Q12): Töne ...

Valentin Schick (Q12): Magnetismus ...