Pferdeflair im Pavillon des VHG - Die Drehbuch- und Buchautorin der „Ostwind“-Reihe, Lea Schmidbauer, las am VHG

04Mär2018

Das Patenkind, Schülerin in der 5. Jahrgangsstufe am VHG, hatte sie gebeten, an unserer Schule zu lesen. Und diesem Ruf folgte die Drehbuch- und Buchautorin der bekannten „Ostwind“-Reihe gerne. So kamen die Schüler/innen der 5. und 6. Jahrgangsstufe am 02.03.2018 in den Genuss einer Lesung, im Rahmen derer Lea Schmidbauer eine ganze Menge interessanter Dinge zu erzählen hatte.

Etwa über die ungewöhnliche Entstehungsgeschichte der erfolgreichen Filme und Bücher.  Zunächst war es nämlich nicht das Buch, das auf den Markt kam, sondern der Film „Ostwind. Zusammen sind wir frei“, zu dem Frau Schmidbauer das Drehbuch geschrieben hatte. Weil der Film so erfolgreich war, legte man nach mit dem Buch zum Film, das die Autorin nicht schreiben wollte, weil sie ja gerade das Drehbuchprojekt beendet hatte und bereits an anderen Dingen arbeitete. Also wurde dafür jemand anderes verpflichtet. Und siehe da, der Band 1 der Reihe wurde erfolgreich. So erfolgreich, dass dann der Buchverlag auf Lea Schmidbauer zukam und einen Band 2 einforderte. Diesmal sagte sie "ja" zum Projekt – und schrieb zusammen mit einer Co-Autorin, Kristina Magdalena Henn, „Ostwind. Rückkehr nach Kaltenbach“. „Ich dachte, so schwer kann das ja nicht sein“, so Schmidbauer, „aber das war ein Irrtum, da das Schreiben von Drehbüchern und Büchern doch etwas ganz anderes ist.“ Die Mühe aber lohnte sich, Band 2 wurde zum Erfolg und schon stand die Filmfirma wieder auf dem Plan und verlangte nach einem Drehbuch für die Verfilmung. Dafür waren zahlreiche Änderungen nötig, denn das Genre Film hat seine eigenen Gesetze: Die Regisseurin hatte genaue Vorstellungen, Schauspieler ihre Ansprüche, welche Drehbuchautoren umzusetzen haben, sodass der Buchtitel „Ostwind. Rückkehr nach Kaltenbach“ letztlich in den Filmtitel „Ostwind 2“ umgewandelt werden musste.

Und es ging so ähnlich weiter: Lea Schmidbauer schrieb Band 3 „Ostwind. Aufbruch nach Ora“. Im Anschluss wurde der Film gedreht, der unlängst, um Weihnachten 2017, erfolgreich im Kino lief. Sie wollte damit eigentlich aufhören, und entließ das schwarze Pferd am Ende des dritten Bandes in Spanien in die Freiheit. Ein schönes Ende!

Als dann der Verlag einen Band 4 in Auftrag gab, war das gar nicht so einfach umzusetzen, denn wie holt man ein in der freien Wildbahn in Spanien lebendes Pferd wieder zurück nach Gut Kaltenbach? Frau Schmidbauer überlegte sich eine glaubhafte und spannende Version und „Ostwind. Auf der Suche nach Morgen“ erschien. Und schon war da wieder der Antrag der Filmfirma, ein Drehbuch für den Film vorzulegen. Allerdings wollte man diesen nicht zum vierten Band machen, da das Filmen eines Fohlens enormen Aufwand bedeutet hätte. So verfasste Frau Schmidbauer kurzerhand einen fünften Band, der sich wieder erfolgreich verkaufte, und erweckte eine neue Figur, Ari, zum Leben, die die bisherige Hauptfigur Mika, mittlerweile 17 Jahre alt, ersetzen sollte. Am Drehbuch zu „Ostwind. Aris Ankunft“ arbeitet Lea Schmidbauer gerade. Der fertige Film soll 2019 in die Kinos kommen. 

Aus „Aris Ankunft“ las sie dann auch und die Schüler/innen ließen sich schnell in den Bann der Pferdewelt ziehen. Nach der Lesung war die Autorin offen für die vielen Fragen ihrer Zuhörerschar, zu denen sie sonst, wie sie sagt, ganz selten Kontakt hat, da sie überwiegend im Büro schreibt und bisher aus Zeitmangel wenig Lesungen abgehalten hat. Wie viele Bände sie noch schreiben wolle, wie lange die Entstehung eines Drehbuchs bzw. die eines Buches dauere, wie der echte Hengst heiße und wo er lebe, warum das Pferd "Ostwind“ heiße, welche Preise sie bereits bekommen hätte …. – das Interesse der Fünft- und Sechstklässler war breit angelegt und Lea Schmidbauer beantwortete jede Frage geduldig. Ebenso geduldig war sie bereit, mitgebrachte Bücher und DVDs zu signieren oder einfach nur auf weißen Blättern ein Autogramm zu geben.

Die Lesung war eine schöne Erfahrung mit vielen interessanten Informationen für die jungen Zuhörer. Vielen Dank, Frau Schmidbauer!

Ines Bucher