Kammerkonzert - Verleihung der Meistergeige

05Jul2018

Klavier, Violinen, Celli, Trompeten, Holzblasinstrumente, Klarinetten, Querflöten, Akkordeon, ein Instrumentenarsenal auf das ein musisches Gymnasium stolz sein könnte. Doch diese Musikinstrumente waren im Konzert eines mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasiums in Einsatz: Dem Veit-Höser-Gymnasium! Miriam Liebl und Doris Köppel haben als Lehrerinnen der Fachschaft Musik in jahrelanger, hingebungsvoller Arbeit einen Orchesterapparat aufgebaut, der die Besucher der Konzerte im Saal des Kulturforums Oberalteich immer wieder aufs Neue begeistert. Doch verfügt das Veit-Höser-Gymnasium auch über eine Anzahl hervorragender Solisten, so dass zusätzlich zu dem alljährlichen Groß-Konzert auch ein Kammerkonzert ins Leben gerufen werden konnte. 27 kurze, aber auch längere Kompositionen standen auf dem Programm. Die enorme Spannbreite, angefangen von Henry Purcell bis zu zeitgenössischen Komponisten wies auf die Vielfalt der musikalischen Möglichkeiten hin, die das Veit-Höser-Gymnasium bietet. Miriam Liebl, Organisatorin und Leiterin des kammermusikalischen Abends lag gerade diese Vielfalt der Darbietungen, nicht nur die Anzahl der Instrumente betreffend vielmehr noch die grundverschiedenen musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten besonders am Herzen. Nicht nur für das Publikum im vollbesetzten Saal des Kulturforums sollte abwechslungsreich unterhalten werden, die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten sollten die Musik spielen, die ihnen besonders am Herzen liegt. Wer U-Musik aus unserer Zeit liebt, wird sich kaum in Barockmusik wohlfühlen und umgekehrt. Musik soll ja vor allem dem Spieler Spaß machen, wie schnell würde ansonsten das mühsam erlernte Musikinstrument nach dem Abitur kaum mehr berührt werden. So sehen die Musiklehrerinnen Doris Köppel und Miriam Liebl ihre Aufgabe darin, den Schülerinnen und Schülern nicht nur das technische Beherrschen der Instrumente beizubringen, sondern ihnen das Gefühl, ja die Liebe zur Musik in die Herzen einzupflanzen. Viele Talente konnten die Besucher am Klavier, den Celli, den Violinen, den Holzblasinstrumenten, den Querflöten, den Fagotte, dem Akkordeon, den Trompeten entdecken. Natürlich abhängig von den Altersstufen wurden respektable bis hervorragende Leistungen geboten, nicht nur das technische Können, vor allem dem musikalischen Ausdruck, der Kunst Musik „Leben“ zu verleihen betreffend. Musik erstreckt sich nicht nur auf Instrumentalkunst, auch die menschliche Stimme ist in diesem Zusammenhang mindestens auf gleicher Ebene. Zwei junge Damen überraschten mit mit sehr schönen Stimmen und tiefem Ausdruck mit „Faded“ von A. Walker und „Perfect“ von E. Sheeran Dieses Lied wurde einfühlsam von Klavier und Violine begleitet. Welche Schule hat schon 8 Celli, noch dazu sehr gut gespielt? „O happy Day“, gespielt von zwei Klarinetten hört man nie; festliche Musik zu Auftakt vom Blechbläserensemble. Händels Bourrée aus der „Feuerwerksmusik“ hört man interpretiert von Holzbläsern auch selten. Wunderschön romatisch die Sonate von Donizetti mit Querflöte und Klavier. Großartig die Sonate von S. Paxton auf dem Cello; schwungvoll die „Zigeuner – Suite“ von W. Bernau auf dem Akkordeon, gespielt mit größter Präzision. Diese wenigen seien nur aus der Vielzahl hervorragender Leistungen hervorgehoben!

Dr. Peter Holzner, Vorsitzender des Fördervereins der Freunde des Veit-Höser-Gymnasiums hatte am Ende des Konzerts noch eine ganz große Überraschung parat: Eine Meistergeige aus dem weltberühmten Geigenort Mittenwald aus der Meisterwerkstatt von Georg Tiefenbrunner, gebaut um 1890! Der Förderverein hat dieses Instrument für besonders begabte Schülerinnen und Schüler finanziert. Jeweils 1 Jahr darf dieses Instrument eine Schülerin oder ein Schüler behalten, dann wird die Geige auf eine andere Künstlerin oder Künstler weitergegeben. Eine großartige Idee! Als erste bekam Sonja Königbauer (Q11), hervorragende Violonistin und Konzertmeisterin des VHG-Orchesters, diese wertvolle Geige verliehen. Sicher wird man beim nächsten Konzert die junge Künstlerin auf diesem Instrument bewundern können.

Rezension von Theodor Auer, erschienen in der Bogener Zeitung (03. Juli 2018)