Ein Lotse geht von Bord - Fritz Achatz, stellvertretender Schulleiter am Veit-Höser-Gymnasium, in den Ruhestand verabschiedet

18Jul2018

Mit „Pomp and circumstance“ , so der Titel des festlichen Musikstückes, mit dem das VHG-Orchester die Verabschiedungsfeier des stellvertretenden Schulleiters Fritz Achatz einleitete, entließ die gesamte Schulfamilie am Veit-Höser-Gymnasium Bogen ihren „Vize“ in den Ruhestand. „Mit Glanz und Gloria“ , auf alle Fälle mit „großem Tamtam und Tschingdarassabum“  - so vom Schulleiter Clemens Kink ganz frei übersetzt – würdigte die Schule das Wirken von Fritz Achatz als Biologie- und Chemielehrer sowie als Stellvertreter in der Schulleitung.

In seinen kurzen einführenden Worten würdigte Oberstudiendirektor Clemens Kink dessen  angenehme Art in der tagtäglichen Zusammenarbeit, insbesondere aber das sich liebevolle Kümmern um das Wohl der Schüler und die für Ausgleich sorgende Ader in der Personalführung. Mit den besten Wünschen für Gesundheit, Zufriedenheit und Kreativität für die zukünftige freie Zeit, aber auch der Bitte um Treue zur Schule, wenn Konzerte und Feste anstehen, endete Kink.

Nach dem „Jazz-Waltz Nr. 2“ von Dimitri Schostakowitsch, dargeboten vom Orchester unter der Leitung von OStRin Doris Köppel, leiteten die Schülersprecher Sebastian Bogner, Patrizia Häusler  und Pauline Schildbach, die durch das Programm führten,   über zu Landrat Josef Laumer, der in seinem Grußwort das freundliche und menschliche Wesen, aber die gleichwohl effektive Verwaltungsarbeit von Fritz Achatz herausstellte.

Der Unterstufenchor, geleitet von StRin Miriam Liebl, wartete mit einem Ständchen auf. Mit „May the road rise to meet you“, einem Irish Blessing, arrangiert von Carsten Gerlitz, entbot  die besten Segenswünsche für die Zukunft in der Pension.

Die eigentliche Laudatio für Fritz Achatz war seinem langjährigen Kollegen und Freund, OStD a.D. Helmut Dietl, bis vor einem Jahr noch Schulleiter am VHG, vorbehalten. Seit 37 Jahren verbinde beide ein freundschaftliches Miteinander. Gleichzeitig hätten sie 1981 ihre jeweils erste Planstelle  am Robert-Schumann-Gymnasium in Cham angetreten, das sie in wechselnder Fahrgemeinschaft vom jeweiligen Zuhause ansteuerten. Während bei ihm die Versetzung an das Wunschgymnasium, das VHG, bereits ein Jahr später erfolgt sei, habe sich Fritz Achatz noch bis 1987 gedulden müssen, bis sich am VHG auch eine Option aufgetan habe. Dietl erinnerte an die gemeinsamen Fahrten, Schulveranstaltungen aus den Fachgebieten Bio/Chemie  im Rahmen des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft. 2005 sei er, Dietl, zum Schulleiter berufen, ein Jahr später Fritz Achatz zu seinem Vize ernannt worden. In den folgenden elf Jahren hätten sie beide harmonisch in der Schulleitung zusammengearbeitet, wobei Dietl die fachlichen Kompetenzen, die überzeugenden kommunikativen Fähigkeiten und das ausgleichende Naturell von Fritz Achatz würdigte.  

Mit dem Zitat von Nelson Mandela: „Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern“  schloss Dietl seine Laudatio, selbstredend nicht ohne ihm Alles Gute und Gottes Segen für den weiteren Lebensweg zu wünschen.

Der Lehrerchor unter der Leitung von Miriam Liebl brachte das „Singing in the rain“ von Mark Hayes zu Gehör, und Personalratssprecher Simon Wech überreichte dazu einen passenden Regenschirm, auf dem sich jeder Lehrer verewigt hatte. Als Sprecher des Kollegiums ließ er sich in seinem Worten von der berühmten Bismarck-Karikatur mit dem Untertitel „Der Lotse geht von Bord“ inspirieren, nicht jedoch ohne den entscheidenden Unterschied herauszustreichen. Während der Reichskanzler mit Genugtuung, aber auch einer gewissen Prise Verbitterung ob der Entlassung durch den jungen Kaiser von Bord gegangen sei, treffe dies in keiner Weise auf Fritz Achatz zu, der die Schule hoch erhobenen Hauptes und ohne jeglichen Zorn  verlassen könne, was ohnehin nicht zu seiner optimistischen, lebensbejahenden Art passen würde.

Das letzte Wort hatte selbstredend der zukünftige Pensionst, der mit Arthur Schnitzler eröffnete: „Der Abschied schmerzt immer, auch wenn man sich schon lange auf ihn freut“.

Mit wohlgemeinten Elogen an Kollegen, Schüler und  Verwaltungspersonal verabschiedete er sich mit einem „Vergelt`s Gott“ und „Pfüat Gott“, nicht ohne die Gunst der Stunde zu nutzen und dem anwesenden Landrat als Sachaufwandsträger noch einige Wünsche für das VHG mit auf den Weg zu geben, zumal die Schule in zwei Jahren den 50. Geburtstag begehe.

So sehe er einigen Nachholbedarf, wenn er das Äußere des Schulgebäudes betrachte, insbesondere im Vergleich zu den Nachbarschulen, mit denen man im Wettbewerb stehe. Überdies wünsche er sich eine große markante Tafel oder Wandanschrift, damit Besucher das VHG leichter fänden, wodurch auch das Selbstverständnis der am Schulleben Beteiligten gefördert würde.

Die Musiktheatergruppe mit ihrem Frontmann Georg Tomys setzte den Schlussakkord bei der Verabschiedung des stellvertretenden Schulleiters. Auf der Basis des Liedes „All about the Base“ spielten und sangen sie augenzwinkernd  „Nirgends gibt`s so brave  Schüler wie am VHG“, verbunden mit der vagen Hoffnung, ob er nicht doch noch ein wenig länger bleiben möge.