Klettern als neues Wahlfach am VHG

11Dez2018

Nach mehreren Anläufen und einigen Abklärungen wird seit dem Schuljahr 2018/19 Klettern am Veit-Höser-Gymnasium angeboten. Für die Teilnahme an den Spielen in Tokio 2020, bei denen Klettern das erste Mal olympisch sein wird, reicht es wohl nicht mehr. Der Aufwand für die Organisation im Vorfeld wurde aber durch eine Anmeldezahl von 32 Schüler und Schülerinnen mehr als belohnt.

Viele kleine Rädchen mussten ineinander greifen, um Klettern als Wahlfach anbieten zu können. Zum gemeinsamen Start durfte die gesamte Gruppe an den nagelneuen Boulderblock der Ludmilla Realschule. Da wir leider über keine eigene Kletterwand in unserer Turnhalle verfügen, nutzen wir die Kletterhalle der Sektion Straubing des Deutschen Alpenvereins e.V. an der Mittelschule Ittling. Um dort hinzukommen geht es erst zu Fuß zum Bahnhof Bogen und mit der Gäubodenbahn – für viele Schüler die erste Bahnfahrt – in fünf Minuten nach Ittling. Zur Kletterhalle sind es dann nur noch 700 m.

Der Sachaufwandsträger hat in unkomplizierter Art und Weise die Übernahme der Kosten für die Fahrt und die Kletterhalle zugesagt. Der DAV stellt die Ausrüstung für einen geringen Nutzungsbeitrag für die Schüler zur Verfügung.

Besonders angenehm ist, dass uns die Kletterhalle montags von 13.30 bis 15.30 Uhr ganz alleine zur Verfügung steht. Kurze Spiele zum Aufwärmen und kleine Boulder-Einlagen bereiten auf das Seilklettern vor. Zu Beginn steht noch mehr der sichere Umgang mit der Ausrüstung im Vordergrund. So muss erst einmal das Anlegen des Klettergurts, das Anseilen und die richtige Bedienung des Sicherungsgerätes erlernt werden. Neben dem korrekten Verhalten beim Sichern geht es dann an das eigentliche Klettern. Fast alle Teilnehmer sind aber so begeistert bei der Sache, dass Vieles nur einmal erklärt werden muss.

Neben dem reinen Klettern dürfen aber auch spielerische Elemente nicht zu kurz kommen. So wird auch mal nach Ansage oder im Stil des Memory-Spiels geklettert. Hervorzuheben ist aber das Verhalten der Schüler, die sich gegenseitig bereichern und fördern. Gewissenhaftes und verantwortungsbewusstes Handeln jedes Einzelnen, aber auch in der Gruppe steigert die eigene Freude am Können und fördert den Zusammenhalt. So führen zum Beispiel die Seilpartner vor jedem Start in die Wand den sogenannten „Partnercheck“ durch, bei dem alle relevanten Punkte der Sicherungskette, von korrekt gebundenem Knoten bis ordnungsgemäßer Verwendung des Sicherungsgerätes, nochmals gegenseitig überprüft werden. Schließlich übernimmt der Sichernde die Verantwortung für „seinen“ Kletterer und umgekehrt vertraut der Kletterer „seinem“ Sichernden. Neben den sozialen Komponenten sind aber auch die Aspekte des Kletterns als Ganzkörpersport hervorzuheben. Gleichgewicht, Beweglichkeit und Körpergefühl sind neben Haltekraft und Dynamik nicht die einzigen Bereiche, die in dieser Sportart gefragt sind. Ebenso werden Muskelgruppen angesprochen, die in unserem häufig sitzenden und bewegungsarmen Alltagsablauf für Ausgleich und Stärkung sorgen.

Da sich 32 Schüler der Klassen 6 bis 11 angemeldet haben, wurden 2 Gruppen gebildet. Im 1-wöchentlichem Wechsel wird der Wahlkurs abgehalten. Somit bleibt aber auch die zeitliche Belastung vor allem für Unterstufenschüler in akzeptablen Grenzen. Es wäre schön, wenn sich Klettern als fester Bestandteil des Wahlfachangebotes in unserer Schule etablieren kann.

Thomas Rupprecht