Bernd das Brot – und noch VIEL mehr!

15Jan2019

Zur Lesung von Tommy Krappweis am Veit-Höser-Gymnasium

Kennst du Tommy Krappweis? Nein? Doch! Das ist doch der, der die KIKA-Figur „Bernd das Brot“ erfunden hat! Nachdem die Schülerinnen und Schüler im Vorfeld der Lesung diese Entdeckung gemacht hatten, freuten sie sich auf den 10.01.2019, an dem der Tausendsassa Krappweis das Veit-Höser-Gymnasium besuchte und für die 6. und anschließend für die 5. Jahrgangsstufe je eine äußerst kurzweilige, mitreißende und informative Vorstellung gab.

Eingangs erzählte Krappweis in blumigen Worten von seinem bewegten Lebenslauf: Komiker, Figuren-Erfinder, Autor, Regisseur, Stuntman, Produzent und Musiker – er kann auf ein bewegtes Leben mit vielen Herausforderungen und etlichen Auszeichnungen blicken, darunter so namhafte wie der Goldene Löwe und der Adolf-Grimme-Preis.

Verschiedene Anekdoten rund um diese Herausforderungen ließen die jungen Zuhörer immer wieder auflachen, etwa die Geschichte um die Erfindung von „Bernd, das Brot“: Krappweis saß mit seinem Freund Norman beim Italiener, beide unter ziemlichem Zeitdruck, weil KIKA ein Konzept für eine neue, lustige Figur erwartete und die Abgabe längst überfällig war. Während Norman auf den Brotkorb starrte und dies ob der Ideenlosigkeit resigniert und ebenso spontan mit „Brot ist lustig!“ kommentierte, malte Tommy Krappweis dessen in beide Hände gestütztes Gesicht auf eine Serviette und Bernd war geboren.

Mittlerweile blickt Krappweis aber auch auf eine stattliche Reihe von 16 Büchern, deren Autor er ist. Mit ans VHG hatte er seine Fantasie-Trilogie „Mara und der Feuerbringer“ gebracht. Den ersten Band hat er 2013 selbst verfilmt. Eigentlich sollte er für den Sender Pro 7 ein Drehbuch zu einer Mystery-Serie schreiben und weil es davon bereits eine ganze Menge gibt, sollte es – so Krappweis´ eigener Anspruch - etwas ganz Neues sein. Er recherchierte im Internet nach Sagen, Legenden und fand nordische Götternamen, nach denen unsere Wochentage benannt sind, er fand Hinweise auf den isländischen Dichter und Politiker Snorri Sturluson, der im 12. Jahrhundert Sagen aufgeschrieben hat, um das Wissen für andere Skalden, Dichter, zu erhalten und dessen Wissen auf Bildsteinen und Runen abgesichert ist. Die Schüler/innen bekamen sogleich eine Kostprobe, wie solche Bildsteine zu entschlüsseln sind und staunten nicht schlecht wie bilderreich Sprache sein kann.

Unterstützung erfuhr Krappweis von einem Experten für nordische Mythologie, Professor Rudolf Simek, sodass das pubertierende, schlecht gelaunte, chronisch unlustige 14-jährige Mädchen Mara Lorbeer zum Leben erweckt werden konnte, das durch ihre Fähigkeiten als Seherin dazu auserkoren ist, die Welt zu retten. Weil dieser Stoff Krappweis für ein Drehbuch ungeeignet erschien, sein Interesse aber bereits stark geweckt war, sagte er Pro 7 ab und schrieb seine Trilogie.

Den Schülerinnen und Schülern las er sodann aus dem ersten Band vor und erweckte dabei die Figuren derart engagiert zum Leben, dass er sein Publikum spürbar mitriss und wiederholt zu lautem Lachen bewegte. Im Anschluss war Tommy Krappweis gerne bereit, Bücher zu signieren und Fragen zu beantworten.

Die Lesung war ganz sicher eine gelungene Ergänzung des Schulalltags mit vielen erfrischenden und spannenden Momenten, kurz: Spannende Leseförderung so ganz nebenbei!

Ines Bucher