Vorsicht: Handys vergessen nichts! - IT-Sicherheitsexperte Erwin Markowsky warnt Eltern und Schüler des VHG vor Risiken im Netz

26Feb2019

Unter dem Slogan „Tatort www“ sensibilisierte der, wie er sich selbst vorstellte „gute Hacker“ Erwin Markowsky aus München Eltern und Schülerschaft des Veit-Höser-Gymnasiums Bogen in mehreren Einzelvorträgen im Kulturforum in Oberalteich über die vielfältigen Gefahren, die im Internet lauern, und wie man sich davor bestmöglich schützen kann.

Der Elternbeirat des VHG unter Vorsitz  von Martin Tanne, dem die Sicherheit der Kinder vor den Tücken des Internets ein Anliegen sind, initiierte und sponserte diese Veranstaltung. Um die Medienkompetenz der Kinder zu erhöhen und sie gegenüber den Risiken zu immunisieren, aber auch um den Eltern und Jugendlichen die Augen zu öffnen für die Gefahren, die im Internet lauern, habe man den Sicherheitsexperten Erwin Markowsky von der Firma 8com Information Security eingeladen, so der Elternbeiratsvorsitzende in seinen einleitenden Worten.

Gleich zu Beginn seines Vortrages verblüffte der Referent die Zuhörer mit der Behauptung, dass ein Handy nichts vergesse und stets eine W-LAN-Verbindung haben möchte. Deshalb könne er nachweisen, wessen Handy eine W-LAN-Verbindung im Raum habe und welche Verbindungen darauf gespeichert seien. Auch wenn man nur scheinbar „sichere“ Verbindungen z.B. bei Aldi oder anderen Discountern benutzt habe, hätte man keine wirkliche Kontrolle, ob dies tatsächlich die Netzwerkverbindungen von den Supermarktketten seien.

In verschiedenen Modulen wie Handy- und Smartphone-Hacking, Sexualstraftäter im Netz, Computer- und Webcam-Hacking, Urheberrechte für Kinder und Eltern, Schutzmaßnahmen für Computer, für soziale Medien wie Facebook und Co oder Online-Spielen klärte der Referent in unterhaltsamer, kurzweiliger Weise auf. So frappierte er zum Beispiel mit der Info über die rechtliche Einschränkung, dass WhatsApp erst ab 16 Jahren genutzt werden dürfe, in Wirklichkeit aber bereits Kinder in Kigas User seien. Er öffnete den Zuhörern die Augen, dass mit „Snapchat“ persönliche Bilder und Videos für immer gespeichert werden. Als Konsequenz könne sich daraus Mobbing aufgrund von ungewollt gespeicherten und/oder weiterverbreiteten Videos ergeben.

Als Schutzmaßnahmen riet Markowsky WhatsApp-Nutzern, unbekannte Absender stets zu ignorieren oder zu blockieren, keine Links oder Profilbild und Status nur für „Freunde sichtbar“ anzuklicken. Er empfahl ferner eine WhatsApp-Verschlüsselung, indem man sich gegenseitig den QR-Code bestätigt, vergleicht und überprüft. Ausdrücklich warnte er davor, Kettenbriefe in WhatsApp zu versenden.

Zum Urheberrecht führte der Vortragende aus, dass nach dem neuen EUGH-Urteil bereits Kinder ab elf Jahren rechtlich für ihr Tun verantwortlich sind. Demnach ist nicht nur das Streamen von Kinofilmen von diversen kostenlosen, aber illegalen Streamingdiensten, sondern auch das Abfilmen von Kinofilmen illegal. Um der Versuchung zu widerstehen, verwies Markowsky auf NETFLIX, einen legalen Streaming-Anbieter, bei dem die Kinder zwar eine geringe Nutzungebühr entrichten müssten, dafür aber auf der sicheren Seite seien. Zu YouTube ließ er weiter wissen, dass der Anbieter berechtigt sei, hochgeladene Videos zu verkaufen. Er warnte vor dem Uploaden von eigenen Videos mit urheberrechtlich geschützten Inhalten.

Sicheres Gaming sei nur mit der Zwei-Faktor-Authentifizierung (Benutzername und Kennwort) gewährleistet. Als Tipp für das Basiskennwort empfahl der IT-Sicherheitsexperte möglichst viele Zeichen (mindestens acht) unterschiedlichster Art und eine kontinuierliche Variierung von Buchstaben, Zahlen, Groß- und Kleinschreibung und Sonderzeichen.

Zum Schluss erstaunte Markowsky seine jungen Zuhörer ebenso wie die Eltern mit der Identitäts-Manipulation, d.h. mit einem Anruf oder einer Nachricht über ein vermeintlich bekanntes Handy, dessen Eigentümer aber davon nichts wusste, dass sein Endgerät gehackt und sensible Daten, wie Kontakte oder Fotos, entwendet wurden oder auch unsichtbar auf die Kamera zugegriffen werden konnte.