"Theater und Film" im Kulturforum - Projektseminar des Gymnasiums gestaltet Abend

01Nov2019

Komplett in Eigenregie haben die Schüler der Q12 des Veit-Höser-Gymnasiums Bogen einen Theater und Filmabend in Oberalteich auf die Beine gestellt. Damit wurde das Ziel des Projekt-Seminars unter Leitung von Hans Sagstetter verwirklicht. Vom Drehbuch bis zur Werbung wurde alles selbst organisiert, Hilfe von außen kam nur vom Bühnentechnikerteam des Veit-Höser-Gymnasiums.

Nach ein paar einleitenden Worten von StD Hans Sagstetter begann die Vorstellung mit einem ersten Sketch: "Anmachsprüche beim Feiern in einer Bar". Aus der Sichtweise einer Gruppe Frauen (gespielt von Tamara Tanne, Theresa Himmelstoß, Magdalena Stangl und Stefanie Schmidt) wurde das geschlechterspezifische Verhalten der Jugendlichen in einer ungezwungenen Umgebung sehr überspitzt dargestellt, wobei an Seitenhieben gegen das männliche Geschlecht und allerlei Klischees ("Männer können keine Wäsche waschen") nicht gespart wurde. Das Auftreten einer Gruppe (gut gespielter) alkoholisierter Männer sorgte für ein jähes Ende des eigentlich geplanten ruhigen "Mädelabends". Die plumpen Annäherungsversuche des selbsternannten "Babos" (David Benz) wurden trotz stetem Bemühen schlagfertig abgewiesen, den Anderen erging es jedoch auch nicht besser. Insgesamt ein sehr heiterer Anfang des Theaterabends.

Als Nächstes folgte ein selbstgedrehter VHG-Imagefilm. Per Drohne selbstgefertigte Luftaufnahmen des Schulhauses während des Sommerfestes rahmten eindrucksvoll ein Interview mit dem Schulleiter OStD Kink über die Vorzüge dieses Gymnasiums ein sowie anschließend einen Zusammenschnitt (fast) aller schulischen Aktivitäten wie Wahlfächer und Austauschreisen.

Dass Witze und eindrucksvolle Bilder nicht alles sein können, bewies die Amateur-Theatergruppe mit der Aufführung eines ernsten Stückes, genauer einem Dramolett von Thomas Bernhard mit dem Namen "Der Freispruch". Auf eine bedrückende und skurrile Art und Weise wird das Schicksal einiger hochrangiger NS-Verbrecher in der Nachkriegszeit dargestellt, welche ein begütertes Leben führen. Bedrückend, weil sie trotz ihrer zahlreichen Verbrechen ungestraft davongekommen sind, da sie sich gegenseitig freigesprochen haben, und skurril, da in ihrem Gespräch ungeniert die angeblich glorreiche Vergangenheit verherrlicht und sich die Themen gleichermaßen um ein Kriegsschiff, der Heirat im KZ und französischem Parfum drehen. Trotz der schwierigen Thematik stellte die Aufführung kein Problem für die Schauspieler dar.

Im Anschluss durfte sich das Publikum an einem musikalischen Meisterstück erfreuen,  "Two Suns in the sunset" von Pink Floyd mit David Benz am Keyboard und Lukas Fuchs an der Gitarre.

DIe letzte Vorstellung vor der Pause bildete wieder ein Sketch: Elternsprechtag am Veit-Höser-Gymnasium. Elternteile aus den verschiedensten Milieus erkundigten sich nach ihren Sprößlingen, was angesichts der komischen Charaktere und dem überforderten Lehrer (Paul Kopp), welche alle hervorragend gespielt wurden, sehr heiter und amüsant war. Dass sich der vermeintliche Lehrer als Hausmeister entpuppte, der nur die echte Lehrerin vertrat, setzte dem Ganzen die Krone auf.

Nach einer kurzen Pause ging es humorvoll weiter, indem die Nachwuchsschauspieler eine "Englischstunde in einer 12.Klasse am VHG" nachspielten. Zugegebenermaßen waren in dem Stück einige Parallelen zu dem Kinohit "Fack ju Göhte" erkennbar, wie die vollkommen überforderte Lehrerin (Justine Voigtmann) die damit beschäftigt war, ihre Schüler im Zaum zu halten und ihre miserablen Englischkenntnisse abzufragen. Den großen Schluck aus der Wodkaflasche eines Schülers am Ende der Stunde hat man ihr als Zuschauer von Herzen gegönnt.

Anschließend folgte ein kurzer Actionfilm, der von einem Schlüsseldiebstahl im Auftrag einer Lehrerin handelte. Den Hauptteil des Films, die Verfolgungsjagd und der anschließende Kampf konnte vom Publikum dank einer professionellen Kameraführung hautnah mitverfolgt werden.

Bewegungsreich ging es weiter mit einer Tanzeinlage zu "Superstar". Theresa Himmelstoß, Stefanie Schmidt und Magdalena Stangl führten eine gut abgestimmte Choreographie vor, die Arbeit hatte sich sichtlich ausgezahlt.

Im Film "Bogen von oben" kam die Drohne noch einmal zum Einsatz, um sehr eindrucksvolle Aufnahmen zu fertigen, die die Kleinstadt und ihre Umgebung wie die Donau und den Bogenberg von ihrer besten Seite zeigten.

Als vorletzten Punkt auf dem Programm befand sich "Kinky Kabarett" mit Tilman Steger in der Hauptrolle als Schulleiter Kink, welcher neu an das VHG kommt und sehr amüsant und etwas satirisch überspitzt von seinen ersten Eindrücken vom Schulleben berichtet. 

Mit dem Song "Comfortably Numb" schloss der Unterhaltungsabend grandios ab. Um ein Fazit zu ziehen: Die Zwölftklässler bewiesen, dass sie in der Lage sind, eine komplette Show zu organisieren und selbst durchzuführen, mehr kann man kaum erwarten. Selbst die Aufregung der Schüler vor dem Publikum war kaum merklich und hat auch zu keinen schauspielerischen Missgeschicken geführt. Ihre Benotung im P-Seminar dürfte also ganz zu ihren Gunsten ausfallen.

(Eric Scharmann)